Wolfgang-Neuss-Nacht

Sa. 26.01.19, 20 Uhr: Die lange Wolfgang-Neuss-Nacht (im Club Bambule)

KURZBIOGRAFIE

Hans Otto Wolfgang Neuss wurde 1923 als Sohn eines ehemaligen Fliegeroffiziers in Breslau geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Schlachter; mit 15 Jahren ging er nach Berlin, um Clown zu werden, landete dort jedoch in einer Anstalt für verwahrloste Jugendliche. 1940 wurde er an die Ostfront geschickt, wo er mehrfach verwundet wurde. Neuss schoss sich schließlich einen Finger ab, um wieder ins Lazarett zu kommen. Er floh nach Kopenhagen und erlebte das Ende des Krieges in einem Internierungslager in Flensburg. Danach tourte Neuss mit einem Kabarettprogramm durch Deutschland, das ihm 1946 eine Haftstrafe der britischen Besatzungsmacht einbrachte. 1949 traf Neuss Wolfgang Müller, mit dem er seitdem als Duo „Die zwei Wolfgangs“ auftrat. In Berlin traten die beiden im Kabarett „Die Bonbonniere“ auf. Dort hatte Neuss auch seinen legendären Soloauftritt als „Der Mann mit der Pauke“, der zu seinem Markenzeichen wurde. Ab 1952 traten Neuss und Müller bei den „Stachelschweinen“ auf. Theater, Radio-Kabarett und Filmrollen folgten.

Der bekannteste Film von Neuss ist „Wir Kellerkinder“ von 1960, die Geschichte eines HJ-Trommlers, der in seinem Keller zuerst einen Kommunisten vor den Nazis und später seinen Vater vor der Entnazifizierung versteckt. Das kam im Wirtschaftswunderjahr 1960 nicht so gut an. Im gleichen Jahr kam Wolfgang Müller bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Neuss machte allein weiter. 1962 veröffentlichte er in einer Zeitungsanzeige den – erratenen – Namen des Täters in einem Fernsehkrimi von Durbridge. Die Bild-Zeitung nannte ihn daraufhin einen „Verräter der Nation“. Danach wurde es ruhiger, auch der Erfolg nahm ab. 1969 ging Neuss nach Chile, nach seiner Rückkehr nach Berlin lebte er in einer kleinen Wohnung in Charlottenburg. In den 80ern erlebte er ein Comeback. Unvergessen sein Auftritt in einer Fernsehshow, bei der er – langhaarig und fast zahnlos – Richard von Weizsäcker mit den Worten „Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen“ begrüßte. Neuss war für seinen exzessiven Cannabis-Konsum bekannt.

Wolfgang Neuss starb 1989 in Berlin.
(Quelle: perlentaucher.de)

Zitate von Wolfgang Neuss:

Auf jeden Fall zeigen wir die Doku über den Mann: „Das Neuss Testament“ von Rüdiger Daniel (“… Zum 20. Todestag des Kabarettisten und Schauspielers Wolfgang Neuss liefert Rüdiger Daniel eine treffliche Mischung aus Biopic und Selbstportrait…“ kino.de)

Mal sehen, was wir sonst noch für Material finden