Teheran Tabu

Do. 26.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Teheran Tabu

Regie: Ali Soozandeh (D/Au 2017) mit Elmira Rafizadeh, Zahra Amir Ebrahimi, Arash Marandi  (96 Min)

In der iranischen Hauptstadt Teheran, in der Sex, Drogen und Korruption parallel zu strengen religiösen Gesetzen existieren, kreuzen sich die Wege von drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker. Da ist etwa die Prostituierte Pari, deren drogensüchtiger Mann im Gefängnis sitzt. Sie versucht, einen Richter des Islamischen Revolutionsgerichts zu überreden, dass dieser ihr die Scheidung ermöglicht und stimmt dafür überein, seine Geliebte zu werden – schließlich muss sie auch an ihren Sohn Elias denken. Direkt neben Paris neu bezogener Wohnung wohnt die junge Sara mit ihrem Mann Mohsen. Ihr erstes Kind soll bald auf die Welt kommen, doch in ihrer Beziehung kriselt es. Und dann ist es da noch Babak, der in einem Club die hübsche Donya kennenlernt. Doch nachdem sie Sex hatten, müssen sie einen Weg finden, ihre Jungfräulichkeit wiederherzustellen, denn sie soll bald heiraten…

„Und weil der Film nicht an Originalschauplätzen in Teheran gedreht werden konnte, haben die Macher das Drama nun eben animiert – außer auf Motion Capture haben sie dabei vor allem auf das sogenannten Rotoskopieverfahrens (das unter anderem auch im oscarnominierten „Waltz With Bashir“ zum Einsatz kam) gesetzt, bei denen erst reale Schauspieler die Szenen spielen, die dann übergemalt und anschließend in ebenfalls animierte Hintergründe eingefügt werden. Das Ergebnis ist einerseits betont abstrakt, aber zugleich auch unglaublich spezifisch – jedenfalls viel spezifischer, als es bei einem Realfilmdreh an einem Ersatzort wie Marokko (das im Kino schon oft für den Iran herhalten musste) je möglich gewesen wäre. (…) Im Iran gibt es viele Tabus – eines davon ist es, sich „Teheran Tabu“ anzusehen, von der Produktion eines solchen Films natürlich ganz zu schweigen.“ filmstarts.de