Programm

Do. 28.09.17, 20 Uhr im Club Bambule: Tigris-Rebellen

Regie: Nedim Hazar Bora, Dokumentation (90 Min)

zusammen mit amnesty international in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung

Wie das berühmte “letzte gallische Dorf” leisteten die Bewohner von Schkefta, 30 km südlich der Provinzstadt Batman, jahrzehntelang Widerstand gegen die grausame Unterdrückung des Großgrundbesitzers und des türkischen Militärs. Die einen wollten die Ländereien der Bauern aneignen, die anderen wollten in ihrem Krieg gegen die PKK-Guerillas bezahlte Söldner aus ihnen machen. Die Schkeftaner dagegen, sie wollten ein würdiges Leben – “frei wie ein Baum und brüderlich wie ein Wald”. Viel Blut ist geflossen seit 1978, als der erste Konflikt mit dem Großgrundbesitzer anfing. Und es schien den Bauern endlich gelungen, sich durchzusetzen. Nun aber soll das Dorf im See des Ilisu-Staudamms untergehen, der die bekannten Antik-Relikte vom benachbarten Ort Hasankeyf auf dem Tigris ebenfalls fluten soll und deshalb seit Jahren weltweit für Proteste sorgte.

Der Regisseur  (der deutsch spricht) ist zu Gast.

 


Do. 05.10.17, 20 Uhr im Club Bambule: Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Regie: Julian Radlmaier (D 2017) mit Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Beniamin Forti (104 Min)

Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes | Self-criticism of a Bourgeois DogLand: DEU 2017Regie: Julian RadlmaierBildbeschreibung: Julian Radlmaier, Beniamin FortiSektion: Perspektive Deutsches Kino© faktura film

Julian kommt frisch von der Filmhochschule und hat trotzdem schon keine Flausen mehr im Kopf: Den Kapitalismus, da ist sich der Möchtegern-Kommunist sicher, kann man nicht überwinden. Denn dafür ist der viel zu komplex geworden! Und das ist vor allem auch deswegen blöd, weil Julian, dieser bürgerliche Windhund, als echter Aktivist viel bessere Chancen bei Camille hätte. Ohne Lösung fürs Dilemma und vor allem ohne genug Geld in der Tasche nimmt der Jungregisseur Arbeit im Havelland an. Auf der Apfelplantage trifft er Sancho und Hong, die man im Museum gefeuert hat, nachdem ein Dürer-Bild und ein Feuerlöscher gestohlen wurden – dummerweise in ihrer Schicht. Beim anstrengenden Obstpflücken spüren Julian, Sancho und Hong in den eigenen Knochen, wie anstrengend der Kapitalismus ist. Immerhin der weise Idiot in Mönchskutte macht ihnen auf der Plantage ein bisschen Hoffnung, erzählt von einem „Kommunismus ohne Kommunisten“ in Italien…

 


Sa. 14.10.17, 20 Uhr im VHS-Haus: Neruda

Regie: Pablo Larrain (Chile 2016) mit Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán (108 Min.)

Der chilenische Regisseur Pablo Larraín (Oscar-nominiert für ¡NO! und Großer Preis der Jury Berlinale für EL CLUB) blickt zurück auf die 1940er Jahre, als der chilenische Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda in seiner Heimat verfolgt wird. Sein Anti-Biopic verblüfft als Kriminalfilm mit Noir-Anleihen und lakonischen Humor. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Gael García Bernal und Luis Gnecco stehen im Vordergrund in diesem illustren Katz-und-Maus Spiel zwischen der Staatsmacht und dem berühmten antifaschistischen Poeten im Untergrund.

Fazit: Einmal mehr beschäftigt sich Pablo Larraín in „Neruda“ mit der komplizierten Psyche seiner chilenischen Landsleute und kreiert ein thematisch wie stilistisch reiches biografisches Drama – so etwas wie die Verfilmung eines Neruda-Buches, das dieser nie geschrieben hat.“ filmstarts.de

 


Do. 19.10.17, 20 Uhr im Club Bambule: Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Regie: Juho Kuosmanen (Finnland 2017) mit Jarkko Lahti, Oona Airola, Eero Milonoff (93 Min)

Finnland 1962: Olli Mäki hat die einmalige Chance, Boxweltmeister zu werden. Als erster Finne überhaupt kämpft er im Federgewicht um den Titel. Helsinki und ganz Finnland warten auf Ollis großen Sieg, aber der hat was ganz anderes im Kopf: Er hat gerade die Liebe seines Lebens getroffen …

„Der glücklichste Tag…“ ist ein romantischer Film gespickt mit feinem Humor über eine wahre, in Finnland sehr bekannte Geschichte, herzerwärmend, voll schöner Melancholie und Menschlichkeit.

Juho Kuosmanen erzählt in der Tradition der großen finnischen Melancholiker wie Aki Kaurismäki und ergänzt in seinem Spielfilmdebüt die typisch lakonische Schrulligkeit um einen erfrischenden, zutiefst menschlichen Optimismus.

 


Sa. 21.10.17, 20 Uhr im VHS-Haus: One Day in Europe

Regie: Hannes Stöhr (D/Span 2005) mit Megan Gay, Luidmila Tsvetkova, Florian Lukas, Erdal Yildiz, Miguel de Lira (100 Min.)

Eine englische Geschäftsfrau und eine russische Rentnerin in Moskau, ein Berliner Rucksacktourist und ein schwäbischer Taxifahrer in Istanbul, ein ungarischer Pilger und ein galizischer Polizist in Santiago de Compostela, ein französisches Straßenkünstlerpaar in Berlin – sie alle werden in Gepäckdiebstähle verwickelt. Es ist der Tag des Championsleague-Finales zwischen Galatasaray Istanbul und Deportivo La Coruña in Moskau. Überall herrscht Fußballfieber, den Euro gibt es auch schon. Nur mit der Verständigung ist es manchmal ganz schön schwierig.

Der Film enthält vieles: „das kleine Individuum und die internationale Politik, den Großstadtdschungel und das globale Dorf, den humorvollen Blick auf den vom flexibilisierten Kapitalismus überforderten Menschen, die Gefahren der Reisefreiheit und die trügerische Hoffnung, ein erfahrener Tourist könnte überall heimisch sein.“ (Die Zeit)

 


Vorschau:

Do. 2.11.17, 20 Uhr im Club Bambule: Mali-Blues