Peter Handke

Sa. 11.1.20, 20 Uhr: Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte… (in der VHS)

Regie: Corinna Belz (D 2016) Dokumentation (89 Min)
Selten gab es eine verlogenere Kampage gegen einen Schriftsteller, als nach der Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Peter Handke. Gefälschte Zitate tauchten gleich massenhaft auf, Zusammenhänge wurden verdreht und Meinungen als unumstössliche Tatsachen vorgetragen. Warum? Handke hatte vor allem die Presseberichterstattung über den Jugoslawien-Krieg gebrandmarkt (“…doch einiges gegen die Fernfuchtler, welche ihren Schreiberberuf mit dem eines Richters oder gar mit der Rolle eines Demagogen verwechseln und, über die Jahre immer in dieselbe Wort- und Bildkerbe dreschend, von ihrem Auslandshochsitz aus auf ihre Weise genauso arge Kriegshunde sind wie jene im Kampfgebiet.“ P.H.)
Handke hat nie und nirgends Massaker beschönigt oder auch nur Partei ergriffen. Sein Buch „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina – oder Gerechtigkeit für Serbien“ ist eine einzige Bekämpfung jeglicher Kriegstreiberei/Kriegspropaganda, wie sie damals auch in den deutschen Medien massiv betrieben wurde. („Und wer jetzt meint: „Aha, proserbisch!“ oder „Aha, jugophil!“ – das letztere ein Spiegel-Wort (Wort?) -, der braucht hier gar nicht erst weiterzulesen.“ PH)
Ein guter Grund, diese sehr gute Dokumentation über und mit Peter Handke noch einmal zu zeigen.
„Nach ihrem vielfach preisgekrönten Kinoerfolg „Gerhard Richter Painting“ (u. a. Deutscher Filmpreis/ Bester Dokumentarfilm) porträtiert Corinna Belz nun einen Schriftsteller. Entstanden ist ein Film über das Schreiben, über die Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihre Verwandlung in Kunst, über die Kunst des Erfindens – und nicht zuletzt über die großen, unverzichtbaren Fragen, die Peter Handke eindringlich und zuweilen unerwartet liebevoll stellt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?“ SWR