Programm


Sa. 15.12.18, 20 Uhr: 2 x Kuba: Letzte Tage in Havanna (im VHS-Haus)

Regie: Fernando Perez (Cuba 2018) mit Jorge MartínezPatricio WoodGabriela RamosJesús Pérez (93 Min)

Sie sind Freunde, seit vielen, vielen Jahren schon, wohnen auch zusammen in einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung in Havanna. Aber die gemeinsamen Tage sind gezählt für Miguel und Diego. Miguel träumt schon lange davon, endlich Kuba zu verlassen und in die USA auszuwandern. Diego hingegen kann kaum mehr sein Bett verlassen, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er seiner AIDS-Erkrankung erliegt. Die Zeit, die ihm noch bleibt, will der offen homosexuell lebende Diego aber noch bis zum Letzten auskosten. Auch deshalb geraten er und Miguel, der sämtliche Lebensfreude verloren und sich von den Menschen zurückgezogen hat, immer wieder aneinander.

Wenn zwei grundverschiedene Menschen in Filmen zusammenkommen, dann geschieht das meist zum Zweck der Komik – je größer der Kontrast ist, umso stärker darf und soll gelacht werden. Letzte Tage in Havanna beweist aber, dass es auch anders geht. An Unterschieden zwischen Miguel und Diego mangelt es nicht. Gesund vs. krank, ausgebrannt vs. lebenslustig, hetero vs. schwul. Scherze gibt es auch, Diego ist sich bis zuletzt für keinen Spruch zu schade. Und doch, so richtig zum Lachen ist einem hier nicht zumute.

„Kuba hat viel zu lange gewartet damit, Dinge zu ändern, die unbedingt und schon lange hätten geändert werden müssen. Hätten wir dies getan, wären wir nun nicht an diesem Tiefpunkt“, sagt der Kubaner Pérez im Interview mit dem Trigon-Magazin. Dabei ist der 73-jährige Regisseur, der mit „Das Leben ein Pfeifen“ (1998) bekannt wurde, des Dissendententums unverdächtig und erklärter Anhänger der Revolution. Doch selbst für ihn scheinen die Zustände mittlerweile kaum noch auszuhalten zu sein. 

Ein meisterliches Kammerspiel, das zum Schicksalsdrama eines ganzen Landes wird: Ist Kuba tot, oder gibt es Hoffnung?“ cinema


Do. 22.12.18, 20 Uhr: 2 x Kuba: Suite Havanna (im Club Bambule)

Regie: Fernando Perez (Kuba 2004) Dokumentation (86 Min)

Mit dem Spielfilm „La vida es silbar“ hatte der Kubaner Fernando Pérez vor vier Jahren die Herzen des Kinopublikums erobert und uns das Pfeifen aufs Leben beigebracht. Jetzt kehrt er zurück mit SUITE HABANA, einem faszinierenden Filmgedicht von der Karibikinsel, einer Ode an die kubanische Hauptstadt und an Menschen, die er dort kennengelernt hat.
In SUITE HABANA lässt uns Fernando Pérez teilhaben an 24 Stunden im Leben seiner geliebten Heimatstadt. Er betrachtet ein knappes Dutzend Menschen auf dem Gang durch ihren Alltag, inszeniert sie über eine atemberaubende Montage und lässt sie am Abend die überraschendsten Wandlungen vollziehen. Nach der Arbeit kommt der ganz besondere Rhythmus, tauchen die Figuren ein ins Nachtleben, wo sie erst richtig aufblühen.
Der Film spricht uns an in reinster Filmsprache. Pérez komponiert aus Beobachtungen, Klängen, Musik, Gesichtern, Geräuschen, Gesten, Rhythmen seine visuelle Suite und ein Stück Kino, wie man es noch selten gesehen hat. Dabei folgt seine Montage den Tageszeiten, setzt ebenso amüsante wie sinnliche, nachdenklich stimmende wie beschauliche Akzente.
SUITE HABANA wurde im Sommer 2004 in seiner Heimat selber als bester kubanischer Film überhaupt stürmisch gefeiert. Er hat als Eröffnungsfilm am Festival von San Sebastian das Publikum begeistert und wurde ins Rennen um die Oscars geschickt. Eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge im Leben und an die Menschlichkeit.

Vorschau:

12.01.19: Winternomaden