Programm

 

Sa. 14.09.19, 20 Uhr: Der Funktionär (in der VHS)
Regie: Andreas Goldstein (D 2019) Dokumentation (74 Min)Andreas Goldstein hat einen essayistischen Dokumentarfilm über seinen Vater gemacht: den DDR-Kulturfunktionär Klaus Gysi (1912 – 1999). Im Alter von zwei Jahren erlebte Klaus Gysi den Beginn des Ersten Weltkrieges. Wenige Jahre später, als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit nur 15 Jahren sah er einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Kurz danach trat er dem kommunistischen Jugendverband bei und später der kommunistischen Partei. Bis 1945 lebte er als illegaler Einwohner in Berlin. Danach machte er im sozialistischen Deutschland Karriere. So wurde er Verlagsleiter, Kulturminister, Botschafter und Staatssekretär für Kirchenfragen. Kurz vor dem Ende der DDR, 1988, wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. In dieser Auseinandersetzung erzählt der Filmemacher Goldstein zwanzig Jahre nach dem Tod seines Vaters mit den Bildern, die Klaus Gysi von sich selbst entwarf, die andere von ihm zeichneten und jenen, die in Andreas Goldstein selbst verhaftet sind, die vielschichtige Lebensgeschichte des Parteifunktionärs und Vaters Klaus Gysi. Dabei ist die Betrachtung der Biografie seines Vaters zugleich auch die Schilderung von einem untergegangenen Land.
So wie jene DDR „ein Land war, das nicht fertig“ wurde, so ist auch Andreas Goldsteins Der Funktionär als Dokumentarfilm keinesfalls rund oder in sich kohärent abgeschlossen. Genau das macht ihn so herausragend, weil er mit einer Vielzahl kreativer Möglichkeiten (beispielsweise durch das Zusammenspiel sowohl im Osten als auch im Westen tätiger Avantgardekomponisten wie Hanns Eisler und Arvo Pärt) das diffizile Verhältnis zwischen persönlichem Idealismus und purem Opportunismus vielschichtig fokussiert: Fragezeichen ausdrücklich inbegriffen.“ Kino-Zeit.de


Sa. 21.09.19, 20 Uhr: Stadtkirchenkino (Koop) – Der Himmel über Berlin (in der Statdtkirche, Eintritt frei)
Regie: Wim Wenders (D 1987) mit Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Otto Sander, Peter Falk (128 Min)Der Engel Damiel streift in Begleitung seines Freundes Cassiel durch die Stadt, dienach wie vor durch die Mauer geteilt ist. Von den Menschen nicht zu erkennen, lauschen die beiden aufmerksam und geduldig deren Gedanken und Gesprächen. Mit steigender Neugierde wendet Damiel sich seinen Schützlingen zu und verliebt sich letztlich in die Akrobatin Marion. Seine Suche nach menschlichen Gefühlen, nach Leidenschaft, Sehnsucht, Kummer, Schmerz, wird immer größer und er entschließt sich dazu, seine Unsterblichkeit gegen eine irdische Existenz als Mensch einzutauschen. Plötzlich sieht er die Welt in Farbe und findet sich Stück für Stück in seiner neuen Existenz zurecht, mit all ihren Vor- und Nachteilen, Hochs und Tiefs. Dabei steht ihm ein anderer ehemalige“ Engel zur Seite…
„Wer über die großen Klassiker des deutschen Kinos spricht, kommt an manch einem Film unmöglich vorbei. Zum Beispiel an den frühen Stummfilmklassikern, an Fritz Lang (Metropolis) und F.W. Murnau (Nosferatu, eine Symphonie des Grauens)(…) Und wenn er dann bei Wenders angekommen ist, scheint es unmöglich, nicht über dessen große Klassiker zu reden, über Paris, Texas, Bis ans Ende der Welt und – man ahnt es schon – „Der Himmel über Berlin“. Der ist nämlich einer der bedeutenden Klassiker der Filmographie Deutschlands und wurde völlig zu Recht mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel 1987 in Cannes für die beste Regie und ein Jahr später mit dem Europäischen Filmpreis, ebenfalls für die beste Regie.“


So. 22.09.19, 16 Uhr: Einer flog über’s Kuckucksnest (Altes E-Werk, Koop ODEON)Treffen sich ein Psychiater und ein Psychologe:
Einer flog übers Kuchkucksnest! Da geben wir doch unseren Senf dazu!
Wenn es Sie auch interessiert, was ausgewiesene Fachleute zum wahren Irrsinn
auf unterhaltsame und doch informative Weise darüber zu sagen haben. Hier
haben Sie die Gelegenheit zu neuen Erkenntnissen oder zur Meinungsänderung
über Menschen im „Irrenhaus“
Es referieren auf ihre unnachahmliche Art:
Dr. med. Markus Löble, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut
Dr. rer. nat. Niklas Gebele. Psychologe, Psychotherapeut
Regie: Milos Forman (USA 1976) mit Jack Nicholson, Louise Fletcher, William Redfield (134 Min)
Ein Irrenhaus ist allemal besser als der Knast – findet der hartgesottene Draufgänger McMurphy: Vor Gericht gibt er sich als unzurechnungsfähig aus und läßt sich in eine staatliche Nervenheilanstalt einweisen. Doch was ihn dort erwartet, hätte er sich niemals träumen lassen: Eine boshafte Stationsschwester führt ein brutales, menschenverachtendes Regiment und die hilflosen Patienten vegetieren in Angst und Verzweiflung vor sich hin. Wer sich nicht anpaßt, wird ohne Gnade mit Elektroschocks gefügig gemacht. Doch McMurphy ist aus anderem Holz geschnitzt: Er nimmt die Herausforderung an und erklärt dem grausamen System den offenen Krieg.
Die Geschichte ist ein Genreklassiker und gilt als einer der wichtigsten Filme des New Hollywood.
Obacht: ausnahmsweise kosten hier die Karten 10 € / ermäßigt 8 €


Sa. 28.09.19, 20 Uhr: Herr Fuku-Chan Von Nebenan (im Club Bambule)
Regie:Yosuke Fujita (Japan/England/Deutschland/Italien 2014) mit Oshima Miyuki, Arakawa Yoshiyoshi, Muzakawa Asami (106 Min)

Fukuda Tatsuo ist ein hilfsbereiter und freundlicher Junggeselle, der in dem Apartmentkomplex Fukufuku wohnt. Von seinen Freunden  wird er liebevoll „Fuku-chan“ genannt. Tagsüber macht er Malerarbeiten und streicht Hauswände und wenn es dunkel ist, bemalt er Flugdrachen. Er wird von allen geschätzt und als Quasi-Seelsorger gerne um Rat gefragt. Eines Tages jedoch taucht seine heimliche Jugendliebe Chiho bei ihm auf, was schmerzliche Erinnerungen wachruft, war die Schülerin doch an einem Streich beteiligt, der ihn damals stark traumatisierte. Mittlerweile ist sie angehende Fotografin und will ihre schlechte Tat aus der Highschool-Zeit wieder gutmachen. Dabei entpuppt sich Fuku-chan als ihre Muse.

„Und doch ist Herr Fuku-chan von nebenan kein Film, der sich seiner eigenen Absurdität ergibt und nur auf Lacher aus ist. Vielmehr erzählt Fujita mit seinen skurrilen Figuren eine Geschichte, die durchaus ihre melancholischen, wenn nicht gar traurige Seiten hat. Viele davon drehen sich um vergangene Ereignisse, wie sie uns beeinflussen, wie wir versuchen müssen, sie hinter uns zu lassen. Bei aller Schrulligkeit handelt die Tragikomödie dann eben auch genau davon, einen Neuanfang zu starten und uns in uns selbst zu finden, das Leben trotz aller Hindernisse anzunehmen und nach vorne zu blicken.“ film-rezensionen.de


Do. 03.10.19, 20 Uhr: Another Day of Life (im Club Bambule) im Rahmen der Interkulturellen Wochen Göppingen
Regie:Raúl de la Fuente & Damian Nenow (P/S/B/D 2018) Animation/Dokumentation (85 Min)Warschau, 1975. Ryszard Kapuściński (43) ist ein brillanter Journalist und ein Idealist. In der polnischen Presseagentur überzeugt er seinen Chef, ihn nach Angola zu schicken, wo am Vorabend der Unabhängigkeit des Landes ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Vor Ort erlebt er die schmutzige Realität des Krieges und entdeckt eine ihm bisher unbekannte Hilflosigkeit. Seine Reise führt ihn mitten hinein in einen Ort der Verlorenheit. Angola wird ihn für immer verändern: Als Reporter verließ er Polen, als Schriftsteller kehrt er zurück.
ANOTHER DAY OF LIFE ist die packende Geschichte einer dreimonatigen Reise des berühmten polnischen Reporters Ryszard Kapuściński durch das kriegszerstörte Angola. Der Film basiert lose auf Motiven des Romans „Another Day of Life“ (Wieder ein Tag Leben), in dem Kapuściński mit seismografischer Sensibilität und detailgenauem Blick seine Erfahrungen während des Bürgerkriegs verarbeitet hat. In ANOTHER DAY OF LIFE verweben die Regisseure Raúl de la Fuente und Damian Nenow geschickt Animation mit dokumentarischen Bildern. Ausgezeichnet mit dem Europäischen Filmpreis für den besten animierten Film 2018!


Sa. 12.10.19, 20 Uhr: Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (im Club Bambule)
Regie:Matt Ross (USA 2016) mit Viggo Mortensen, Frank Langella, George MacKay (118 Min)
Tief in den nordwestlichen Wäldern der USA haben Ben und seine Frau Leslie ein eigenes Refugium für sich und ihre sechs Kinder geschaffen, darunter Bodevan, Vespyr und Zaja. In mühsamer Handarbeit haben sie ein Anwesen errichtet, auf dem sie sich, von der Außenwelt abgeschottet, selbst versorgen können und wo Ben seinen Kindern alles Notwendige beibringt, um in den Wäldern zu überleben. Dazu gehören knallhartes Training für die Nachkommen und ein Bildungsgrad, der weit über dem ihrer Altersgenossen liegt. Doch das paradiesische Mini-Utopia wird jäh von einem Schicksalsschlag erschüttert, der die Familie dazu zwingt, nach vielen Jahren wieder einen Fuß in die Zivilisation zu setzen. Das Aufeinanderprallen der Lebensstile führt dabei nicht nur zu Reibungen mit anderen Menschen, sondern sorgt auch immer mehr für Spannungen zwischen Ben und seinen Zöglingen…
„Fazit: Sehr unterhaltsame, schön schräge, (…)Tragikomödie mit einem tollen Viggo Mortensen.“ filmstarts.de


Sa. 19.10.19, 20 Uhr: Die Krankheit der Dämonen – La Maladie du Demon (in der VHS) die Regisseurin ist anwesend (frz. mit dt. Untertiteln) Koop mit dem MuSeele des Christophbads Göppingen
Regie; Lilith Kugler (D 2019) Dokumentation (85 Min)Im westafrikanischen Burkina Faso hat es eine Bevölkerungsgruppe besonders schwer: Menschen, die an psychischen Krankheiten oder Epilepsie leiden, werden häufig aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Dass diese Menschen auf Hilfe angewiesen sind, kommt ihren oft Mitmenschen nicht in den Sinn. Im Gegenteil: Dämonen werden als Grund für das Leiden dieser Kranken angesehen, viele haben Angst, sich bei ihnen anzustecken. So vegetieren die Betroffenen oft vor sich hin, werden angekettet, geschlagen und leben ausgegrenzt am Rande der Dörfer. Pfarrer Guitanga und der Krankenpfleger Tindano gehören zu den wenigen Menschen, die sich dem hiesigen Glauben der Gesellschaft entgegenstellen und sich für ein Leben in Würde und Freiheit der psychisch Erkrankten einsetzen und ihnen eine medizinische Behandlung ermöglichen wollen.
Lilith Kugler ist nach dem Film für Fragen & eine Diskussion anwesend.


Sa. 26.10.19, 20 Uhr: Stan & Olli (plus Überraschungsfilm) (im Club Bambule)
Regie:Jon S. Baird GB/USA/Can 2019) mit Steve Coogan, John C. Reilly, Nina Arianda (138 Min)Biopic über die letzte Tour des legendären Komiker-Duos Stan & Ollie.
Die glorreichen Zeiten des legendären Komiker-Duos Stan Laurel und Oliver Hardy liegen bereits einige Jahre zurück. Die Anfänge des Duos, auch bekannt unter dem Namen „Dick und Doof“, gehen bis in die Stummfilmzeit zurück. Auf der Kinoleinwand konnten sie große Erfolge feiern und brachten ihr Publikum stets zum Lachen, doch ihre besten Jahre haben sie 1953 bereits hinter sich.
Dennoch überzeugt sie Promoter Bernard Delfont, eine Tour durch Laurels Heimat Großbritannien zu machen und ihre Slapstick-Comedy live vor Publikum zu präsentieren. Anfangs treten die beiden Komiker nur vor halb leeren Rängen auf, doch als die beiden zustimmen, kräftig die Werbetrommel für ihre Tour zu rühren, füllen sich auch die Hallen wieder.
Vor Publikum sind die beiden echte Profis, doch hinter der Bühne kriselt es: Stan, der kreative Kopf, möchte in naher Zukunft ein Filmprojekt über Robin Hood realisieren. Ollie hingegen hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und wird nicht mehr lange in dieser Branche tätig sein können. Als dann auch noch die beiden Ehefrauen Ida Laurel und Lucille Hardy zur Tour stoßen, kommt neuer Schwung in die Sache. Doch wie geht es mit dem Komiker-Duo weiter?
„Mit einer herausragenden schauspielerischen als auch maskenbildnerischen Leistung zeigen Steve Coogan und John C. Reilly das Verhältnis zweier in die Jahre gekommener Künstler zwischen Freundschaft, Kollegialität, Sachlichkeit und Vertrautheit.
Regisseur Jon S. Braid präsentiert ein sanftes Drama mit melancholischem Grundton, das dennoch auch seine heiteren Momente hat und den Zuschauer mit der ansteckenden Komik der beiden Künstler ein Lachen ins Gesicht zaubert.“ Kino-Zeit.de
(+++Überraschungsfilm+++)