Programm

Do. 19.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens

Regie: Nicolas Wadimoff (CH 2016) Dokumentarfilm (92 Min)

1964 chauffiert Jean Ziegler den damals schon legendären Che Guevara bei einer Konferenz in Genf. Begeistert will er mit dem Revolutionär nach Kuba aufbrechen. Doch Guevara lehnt ab. Jean Ziegler solle hier in der Schweiz, wo er geboren ist, gegen den „Kopf des kapitalistischen Monsters“ kämpfen. Seither kennt Jean Ziegler keine Ruhe: Unermüdlich prangert er als Schriftsteller, Professor, Abgeordneter im Schweizer Parlament und Mitarbeiter der UNO die Macht der Manager des Finanzkapitals und deren Verantwortung für den Hunger in der Welt an. Sein Engagement ist bis heute mit über 80 ungebrochen. Doch als er schließlich selbst nach Kuba reist, trifft er die karibische Insel im Wandel an und sieht plötzlich seine Ideen in Frage gestellt.
Der Film ist ein kluges und hintersinniges Porträt des weltweit bekannten Globalisierungskritikers und Menschenrechtlers Jean Ziegler. Filmemacher Nicolas Wadimoff nähert sich dem umstrittenen Schweizer Soziologen und Weltbestsellerautor mit kritischer Empathie. Er geht mit Ziegler dahin, wohin dieser sonst nur alleine geht: zu seinen Zweifeln und Widersprüchen und zu seiner tief sitzenden Hoffnung, dass eine andere Welt möglich ist.

»„Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“ ist ein bewegender Film, der nicht nur das Schaffen und die Biografie des Menschenrechtlers Jean Ziegler nacherzählt, sondern den Zuschauer auch zum Nachdenken anregt: Habe ich eine Verantwortung gegenüber den Armen, weil ich das Glück habe, in einer reichen Gesellschaft geboren zu sein? Wie sollte politischer Kampf aussehen? Und wie kann die Welt ein Stück gerechter werden?« Julia Huber „Greenpeace Magazin“

 


Do. 26.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Teheran Tabu

Regie: Ali Soozandeh (D/Au 2017) mit Elmira Rafizadeh, Zahra Amir Ebrahimi, Arash Marandi  (96 Min)

In der iranischen Hauptstadt Teheran, in der Sex, Drogen und Korruption parallel zu strengen religiösen Gesetzen existieren, kreuzen sich die Wege von drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker. Da ist etwa die Prostituierte Pari, deren drogensüchtiger Mann im Gefängnis sitzt. Sie versucht, einen Richter des Islamischen Revolutionsgerichts zu überreden, dass dieser ihr die Scheidung ermöglicht und stimmt dafür überein, seine Geliebte zu werden – schließlich muss sie auch an ihren Sohn Elias denken. Direkt neben Paris neu bezogener Wohnung wohnt die junge Sara mit ihrem Mann Mohsen. Ihr erstes Kind soll bald auf die Welt kommen, doch in ihrer Beziehung kriselt es. Und dann ist es da noch Babak, der in einem Club die hübsche Donya kennenlernt. Doch nachdem sie Sex hatten, müssen sie einen Weg finden, ihre Jungfräulichkeit wiederherzustellen, denn sie soll bald heiraten…

„Und weil der Film nicht an Originalschauplätzen in Teheran gedreht werden konnte, haben die Macher das Drama nun eben animiert – außer auf Motion Capture haben sie dabei vor allem auf das sogenannten Rotoskopieverfahrens (das unter anderem auch im oscarnominierten „Waltz With Bashir“ zum Einsatz kam) gesetzt, bei denen erst reale Schauspieler die Szenen spielen, die dann übergemalt und anschließend in ebenfalls animierte Hintergründe eingefügt werden. Das Ergebnis ist einerseits betont abstrakt, aber zugleich auch unglaublich spezifisch – jedenfalls viel spezifischer, als es bei einem Realfilmdreh an einem Ersatzort wie Marokko (das im Kino schon oft für den Iran herhalten musste) je möglich gewesen wäre. (…) Im Iran gibt es viele Tabus – eines davon ist es, sich „Teheran Tabu“ anzusehen, von der Produktion eines solchen Films natürlich ganz zu schweigen.“ filmstarts.de

 


Vorschau: 03.05.18 im Club Bambule: Madame