Programm

Die Vorstellungen im November sind aufgrund der aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie abgesagt.


SA. 07.11.20, 20 Uhr: So Long, my Son (im Alten E-Werk)

Regie: Wang Xiaoshuai (China 2019) mit Wang Jing-chun, Yong Mei, Qi Xi (185 Min)
Einst waren sie eine glückliche Familie, bis ihr Sohn beim Spielen am Rückhaltebecken eines Staudamms ertrank. Yaojun und Liyun verlassen die Heimat, tauchen in die grosse Stadt ein, wo sie niemand kennt und sie nicht einmal den Dialekt der Einwohner verstehen. Auch Adoptivsohn Liu Xing bringt nicht den erhofften Trost. Trotzig verweigert er sich den fremden Eltern und verschwindet eines Tages ganz. Immer wieder werden die Eheleute von ihren Erinnerungen eingeholt und kehren schliesslich an den Ort der verlorenen Hoffnungen zurück. Das Familienepos umschliesst drei Jahrzehnte chinesischer Geschichte. Privates und Politisches verschmelzen, das Individuum gerät ins Getriebe einer Gesellschaft im permanenten Wandel. So führt der Film vom Aufbruch nach der Kulturrevolution in den 1980er-Jahren bis in den prosperierenden Turbokapitalismus der Gegenwart und ist dabei Zeitkritik und Melodram zugleich. In grossen Tableaus macht er die tiefen Narben unter der Oberfläche einer scheinbar bruchlosen Erfolgsstory sichtbar.
„Dass das so sehr berührt, liegt in erster Linie an dem grandiosen Cast, aus dem die beiden Hauptdarsteller Jing-chun Wang („Feuerwerk am helllichten Tage“) und Mei Yong („The Assassin“) sogar noch einmal herausragen: Trotz ihrer tiefen Traurigkeit tragen sie den Film mit einer Energie, die aus purer Menschlichkeit zu bestehen scheint und die selbst dann noch ganz leicht Hoffnung hindurchschimmern lässt, wenn Liu Yaojun an einer Stelle gänzlich unsentimental und kein bisschen verbittert feststellt: „Für uns ist die Zeit längst stehengeblieben. Jetzt warten wir nur noch darauf, alt zu werden.““ filmstarts.de


Fr. 18.12.20  20 Uhr: Vom Gießen des Zitronenbaums (im Alten-E-Werk) 
Regie: Elia Suleiman (Kat. D. Can. Tr. Pal., 2019) 102 Min.

Als Nachbarn sich wieder an seinem Zitronenbaum bedient haben, ist für Elia das Fass voll: Er verlässt seine Heimat Nazareth und macht sich auf in die  weite Welt auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Er besucht die Länder, in denen Frauen nichts zu befürchten haben, die Kunst frei ist und es öffentliche Parks gibt.So bekommt er es in Paris und New York mit aggressiven Parkbesuchern, Polizisten auf Rollern und bewaffneten Spaziergängern zu tun. Wo er sich über die Absurditäten anfangs noch wundert, wird ihm alles doch zu skuril. Egal, wohin er auf der Welt kommt, etwas erinnert ihn immer an Palästina.


Fr. 15.01.21 20 Uhr: Leon der Profi (im Alten-E-Werk)
Regie: Luc Besson,  (F, 1995), 103 Min.

Léon verdient sein Geld als Auftragskiller, der im Dienst der New Yorker Italo-Mafia steht. Doch auch wenn er im Laufe seiner Karriere bereits zahlreiche Menschen kaltblütig ermordete, lebt auch er nach gewissen Regeln: Keine Frauen, keine Kinder. Das gilt lange Zeit auch für sein Privatleben, das der Killer in Einsamkeit verbringt – bis eines Tages Mathilda in sein Leben tritt. Das Mädchen wohnt mit ihrer Familie nebenan, doch weder ihre Mutter noch ihr Vater, der für den korrupten Polizisten Norman Stansfield Drogen versteckt hält, schert sich einen Dreck um die 12-Jährige. Als sich Stansfield von Mathildas Vater hintergangen fühlt, beseitigt dieser deswegen gleich seine ganze Familie – bis auf Mathilda. Die findet Unterschlupft bei ihrem Auftragskiller-Nachbarn, bei dem sie fortan in die Lehre gehen will. Denn vor allem für den Tod ihres kleinen, unschuldigen Bruders will sich Mathilda rächen.