Programm

Do. 15.02.18, 20 Uhr: Mr. Long (im Club Bambule)

Regie: SABU (Japan/Taiwan 2017) mit Chang Chen, Yi Ti Yao, Run-yin Bai (128 Min)

Ein taiwanesischer Auftragskiller strandet in einer japanischen Vorstadt. Seine Mission ist missglückt und ihm bleiben fünf Tage, um Geld für die geplante Rückreise aufzutreiben. Unvermittelt erhält er dabei Hilfe: Der kleine Jun weicht nicht von seiner Seite und ahnungslose Anwohner zeigen sich von seinen Kochkünsten so begeistert, dass sie ihm ein berufliches Standbein schaffen wollen. Eifrig organisieren sie ihrem schweigsamen „Mr. Long“, wie sie den Killer nennen, eine fahrbare Garküche, mit der er, gemeinsam mit Jun, seine chinesischen Spezialitäten unter die Leute bringen kann. Unheil droht, als Juns Mutter von ihrem ehemaligen Dealer aufgesucht wird und dieser Mr. Longs Fährte aufnimmt. Aber auch wenn die Vergangenheit ihn einholt – es wird für Mr. Long nicht leicht zu gehen.

„Blutig, kulinarisch, meditativ: stimmungsvoller Genremix – eine Entdeckung“
Cinema

„Neben den Charakteren und den vielen emotionalen Facetten, hat dieser Film noch einen weiteren Vorteil: er hat Stil.“
kino-zeit.de

„Hyperrealistisch, dramatisch, natürlich extrem blutig, aber auch komödiantisch und, ja, gefühlvoll.“
Perlentaucher.de

„ein visuelles Feuerwerk“
kulturradio rbb

 


Do. 22.02.18, 20 Uhr: Sing Street (im Club Bambule)

Regie: John Carney (Irland/GB) mit Ferdia Walsh-Peelo, Lucy Boynton, Jack Reynor (106 Min)

In den 1980ern wächst der 14-jährige Conor in seiner irischen Heimat in Dublin auf. In der Schule gilt er als Außenseiter und deshalb flüchtet er sich in die Welt der Popmusik. Nebenbei träumt er von der schönen Raphina , die für ihn aber noch unerreichbar erscheint. Um ihr Herz zu erobern, schmiedet Conor daher einen Plan, der alles ändern soll: Er will seiner Angebeteten einen Auftritt im Musikvideo seiner Band verschaffen und sie damit beeindrucken. Dumm nur, dass er weder eine Band hat noch irgendein Instrument beherrscht. Damit aber sein perfekter Plan bloß nicht scheitert, gründen er und ein paar Jungs aus der Nachbarschaft ganz fix eine eigene Band. Gemeinsam schreiben sie bald voller Begeisterung an ihren ersten Songs. Ob Conor auf diese Weise endlich Raphina für sich gewinnen kann?

„Fazit: Mit seinem entwaffnend-mitreißenden Musikfilm „Sing Street“ beweist „Once“-Regisseur John Carney erneut, dass es sich bei ihm nicht um ein One-Hit-Wonder handelt.“ filmstarts.de

 


Do. 01.03.18, 20 Uhr  im Club Bambule: Bella e perdutaEine Reise durch Italien

Regie: Pietro Marcello (Italien/F 2016) mit Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo, Gesuino Pittalis (87 Min)

Der Diener Pulcinella kommt aus den Tiefen des Vesuvs und soll im Kampanien der Gegenwart auf eine besondere Mission gehen, den letzten Willen des Hirten Tommaso  erfüllen. Tommaso, der ein großes Herz hat und gerne anderen hilft, kümmerte sich um die Reggia di Carditello, die verlassene bourbonische Residenz, die in der Mitte des Landes der Feuer liegt und für die sich niemand außer er mehr interessiert. Und er kümmert sich um ein Tier, das auch in Vergessenheit geraten ist: einen jungen Büffel namens Sarchiapone. Der ist ökonomisch nichts mehr wert, wegen der industrialisierten Mozzarellaproduktion – und deswegen wünscht sich Tommaso von Pulcinella, dass der Sarchiapone rettet. Pulcinella nimmt den Büffel also mit nach Norden, auf eine lange Reise durch Italien…

Regisseur Pietro Marcello ließ sich von der italienischen Sagenwelt inspirieren und zeigt uns das heutige Italien in all seiner Zerrissenheit durch die Augen eines Büffels und eines Narren. Ein Film voller Traumbilder, der auch die Frage nach bewahrenswerten Traditionen stellt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Seit Pasolini hat kein Filmemacher mit solcher Intensität um die dem Untergang geweihte Kultur Italiens getrauert.

 


Sa. 10.03.18, 20 Uhr in der VHS: Körper und Seele

Regie: Ildiko Enyedi (Ungarn 2017) mit Alexandra Borbély, Morcsányi Géza, Réka Tenki.  (116 Min)

Ein Schlachthaus in Budapest: Mária ist neu hier – und als Qualitätskontrolleurin wird sie nicht sonderlich nett empfangen, zumal sie autistisch ist und sich deswegen besonders stark daran hält, was in ihrem Handbuch steht. Fast alle Kollegen meiden Mária, aber immerhin mit dem Finanzchef Endre, der halbseitig gelähmt ist, versteht sie sich. Die beiden bauen ein besonderes Verhältnis zueinander auf, das sogar noch viel außergewöhnlicher ist, als es zunächst den Anschein hat. Nachdem ein für die Rinderzüchtung vorgesehenes Präparat geklaut wird, das die Tierlibido steigert, werden alle Angestellten des Schlachthauses zu einem psychologischen Test verpflichtet. Das Ergebnis der Untersuchung belegt die spezielle Verbindung von Mária und Endre: Wie es aussieht, haben die zwei Kollegen jede Nacht beide denselben Traum. Sie träumen, dass sie Hirsche sind, die einander in einem verschneiten Wald treffen…

„Fazit: Zärtlich, poetisch, berührend, dann wieder krass, kühl, schmerzhaft – „Körper und Seele“ ist eine vielfältig widersprüchliche und gerade deshalb so spannend-berührende Liebesgeschichte.“ filmstarts de

 


Do. 15.03.18, 20 Uhr im Club Bambule: Schloß aus Glas

Regie: Destin Daniel Cretton (USA 2017) mit Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts (128 Min)

Wenn es kaum noch auszuhalten ist, schaut die junge Jeannette Walls  gemeinsam mit ihrem alkoholkranken Vater Rex  in den Himmel. Dann erzählt er, wie er die Sterne auf die Erde bringt oder ein Schloss aus Glas baut. Vielleicht vergisst Jeannette dann, dass sie Hunger hat und kein Dach über dem Kopf. Doch natürlich können die Geschichten sie nicht ewig entschädigen.

Als junge Frau entkommt Jeannette Walls  ihrem dysfunktionalen Elternhaus. Inzwischen arbeitet sie als Kolumnistin und beginnt, sich an ihre Kindheit zu erinnern. Zurückblickend erlebt sie Jahre der Flucht, die sie mit ihren Geschwistern Lori, Maureen und Brian  in bitterer Armut durchgestanden hat. Auch die Mutter, eine abenteuerlustige Künstlerin, bot den Kindern keine Sicherheit. Lediglich die fantastischen Geschichten des Vaters konnten ihr Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben. Nach dem Roman von Jeanette Walls.

 


Do. 22.03.18, 20 Uhr im Club Bambule: Jazz im Film – Born to be blue

Regie: Robert Budreau (USA 2017) mit Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie (98 Min)

Jazz-Musiker Chet Baker steht eine verheißungsvolle Karriere als Trompeter und Sänger bevor, für die er sogar das Angebot eines Hollywoodstudios ablehnt, also nicht die potentiell lukrative Laufbahn als Schauspieler einschlägt. Doch nach seinem Aufstieg in den Fünfzigern stürzt der „King of Cool“, der „James Dean of Jazz“ ebenso steil wieder ab – als Opfer seiner inneren Dämonen in einem Musikerleben voller Exzesse. Irgendwann spritzt sich Chet Heroin und als ihm eine Schlägerei starke Zahnprobleme beschert, sieht es so aus, als sei die Karriere endgültig vorbei. Aber nach dem Absturz Mitte der Sechziger lernt er Jane  kennen. Chet verliebt sich, sie glaubt an ihn, er schöpft neue Kraft. Chets Leidenschaft und Janes Vertrauen in ihn ermöglichen das Comeback. Einige der besten Aufnahmen seiner Karriere entstehen…

 


Do. 29.03.18, 20 Uhr im Club Bambule: Jazz im Film  – Helge Schneiders Jazzclub

Regie: Helge Schneider (D 2004) mit Helge Schneider, Andreas Kunze, Pete York . (90 Min)

Teddy Schu ist Fischverkäufer und Jazzmusiker. Seine Frau findet Musik doof und tyrannisiert Teddy, wo sie kann. Weil sie sehr anspruchsvoll ist, arbeitet Teddy zusätzlich noch als Zeitungsausträger und als Mann für gewisse Stunden. Im Jazzclub wird allabendlich Musik gespielt, sehr zum Leid des darüber wohnenden Herren, der seine Wut über den Krach gern mit einem aus dem Fenster geworfenen Blumentopf dokumentiert. Zurück zum Jazzclub: die Band besteht aus Jimmy, dem Bassisten, Pete, dem Drummer und Teddy selbst. Der Besitzer des Jazzclubs und sein stimmer Bruder Theodor, der immer die Tische abwischt, haben große Geldsorgen; der Club wird wohl schließen müssen. Als Hoffnungsstreif tritt der Musikmanager E. Klemke auf den Plan. Doch als er, nachdem der Jazzclubbesitzer gestorben ist, die Band unter Vertrag nehmen will, geschieht etwas Unerwartetes.

„Wie gewohnt erweist sich auch das jüngste Oeuvre des schillernden Multitalents als abseitige und originelle, ketzerische und populäre, schwer verdauliche und trotzdem leicht zu goutierende Musikkomödie. Schneiders treue Fans, aber auch experimentierfreudige Jazzfreunde, werden begeistert mitswingen.“ Videowoche

 


Do. 05.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Außer Atem

Regie: Jean-Luc Godard (F 2001) mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg (90 Min)

In Jean-Luc Godards Kriminaldrama muss der Autodieb und Mörder Jean-Paul Belmondo vor der Polizei fliehen, ehe es zu spät ist. Doch er verliebt sich in die amerikanische Zeitungsverkäuferin Jean Seberg. Der Bonvivant Michel Poiccard ist ein Gauner, ein Rebell und ein Draufgänger auf der Jagd nach seinem Vergnügen. In einer gestohlenen Luxuslimousine ist er auf dem Weg nach Paris, doch er gerät in eine Geschwindigkeitskontrolle. Ein Polizist stellt ihn – und wird von Michel kaltblütig erschossen. Auf der Flucht vor dem Gesetz taucht er bei der Amerikanerin Patricia, einer Zeitungsverkäuferin, die Journalistin werden will, unter. Er versucht Geld für die gemeinsame Flucht nach Italien zu beschaffen. Aber die Polizei ist ihm bereits auf den Fersen. Patricia wird verhört und sie muss sich entscheiden: Soll sie Michel schützen oder dem Inspektor die Wahrheit sagen?

Schon nach den ersten Szenen sind alle außer Atem, die Schauspieler, die Zuschauer, die Bilder, und als Belmondo dann mit einer Kugel im Rücken auf dem Pflaster zusammenbricht, bläst er noch eine Rauchwolke aus, wie eine Pistole nach dem Schuß. Unsterblich werden und dann sterben, das dauert neunzig Minuten, und am Ende ist Belmondo ein Star, Godard ein Genie und der Film ein Klassiker.“ Die Zeit, Andreas Kilb

 


Sa. 14.04.18, 20 Uhr in der VHS: Where to Miss?

Regie: Manuela Bastian (D 2015) Dokumentarfilm (83 Min)

Devki lebt im ständigen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft. Der Film begleitet diese mutige junge Inderin innerhalb von drei Jahren durch drei unterschiedliche Lebensabschnitte: Tochter, Ehefrau, Mutter.

Ihr größter Wunsch ist es Taxifahrerin zu werden. Sie möchte andere Frauen sicher nach Hause bringen und finanziell unabhängig sein. Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie sich zuerst gegen ihren Vater, dann gegen ihren Ehemann und schließlich gegen ihren Schwiegervater durchsetzen. Devki’s Alltag ist davon geprägt, ihre Lebensvorstellung gegen andere zu verteidigen und für sich selbst einen Weg zu finden, ihre Träume zu verwirklichen, ohne dabei ihre Familie zu verlieren.

Anhand des Schicksals von Devki erzählt Where to, Miss? warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.

 


Do. 19.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens

Regie: Nicolas Wadimoff (CH 2016) Dokumentarfilm (92 Min)

1964 chauffiert Jean Ziegler den damals schon legendären Che Guevara bei einer Konferenz in Genf. Begeistert will er mit dem Revolutionär nach Kuba aufbrechen. Doch Guevara lehnt ab. Jean Ziegler solle hier in der Schweiz, wo er geboren ist, gegen den „Kopf des kapitalistischen Monsters“ kämpfen. Seither kennt Jean Ziegler keine Ruhe: Unermüdlich prangert er als Schriftsteller, Professor, Abgeordneter im Schweizer Parlament und Mitarbeiter der UNO die Macht der Manager des Finanzkapitals und deren Verantwortung für den Hunger in der Welt an. Sein Engagement ist bis heute mit über 80 ungebrochen. Doch als er schließlich selbst nach Kuba reist, trifft er die karibische Insel im Wandel an und sieht plötzlich seine Ideen in Frage gestellt.
Der Film ist ein kluges und hintersinniges Porträt des weltweit bekannten Globalisierungskritikers und Menschenrechtlers Jean Ziegler. Filmemacher Nicolas Wadimoff nähert sich dem umstrittenen Schweizer Soziologen und Weltbestsellerautor mit kritischer Empathie. Er geht mit Ziegler dahin, wohin dieser sonst nur alleine geht: zu seinen Zweifeln und Widersprüchen und zu seiner tief sitzenden Hoffnung, dass eine andere Welt möglich ist.

»„Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“ ist ein bewegender Film, der nicht nur das Schaffen und die Biografie des Menschenrechtlers Jean Ziegler nacherzählt, sondern den Zuschauer auch zum Nachdenken anregt: Habe ich eine Verantwortung gegenüber den Armen, weil ich das Glück habe, in einer reichen Gesellschaft geboren zu sein? Wie sollte politischer Kampf aussehen? Und wie kann die Welt ein Stück gerechter werden?« Julia Huber „Greenpeace Magazin“

 


Do. 26.04.18, 20 Uhr im Club Bambule: Teheran Tabu

Regie: Ali Soozandeh (D/Au 2017) mit Elmira Rafizadeh, Zahra Amir Ebrahimi, Arash Marandi  (96 Min)

In der iranischen Hauptstadt Teheran, in der Sex, Drogen und Korruption parallel zu strengen religiösen Gesetzen existieren, kreuzen sich die Wege von drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker. Da ist etwa die Prostituierte Pari, deren drogensüchtiger Mann im Gefängnis sitzt. Sie versucht, einen Richter des Islamischen Revolutionsgerichts zu überreden, dass dieser ihr die Scheidung ermöglicht und stimmt dafür überein, seine Geliebte zu werden – schließlich muss sie auch an ihren Sohn Elias denken. Direkt neben Paris neu bezogener Wohnung wohnt die junge Sara mit ihrem Mann Mohsen. Ihr erstes Kind soll bald auf die Welt kommen, doch in ihrer Beziehung kriselt es. Und dann ist es da noch Babak, der in einem Club die hübsche Donya kennenlernt. Doch nachdem sie Sex hatten, müssen sie einen Weg finden, ihre Jungfräulichkeit wiederherzustellen, denn sie soll bald heiraten…

„Und weil der Film nicht an Originalschauplätzen in Teheran gedreht werden konnte, haben die Macher das Drama nun eben animiert – außer auf Motion Capture haben sie dabei vor allem auf das sogenannten Rotoskopieverfahrens (das unter anderem auch im oscarnominierten „Waltz With Bashir“ zum Einsatz kam) gesetzt, bei denen erst reale Schauspieler die Szenen spielen, die dann übergemalt und anschließend in ebenfalls animierte Hintergründe eingefügt werden. Das Ergebnis ist einerseits betont abstrakt, aber zugleich auch unglaublich spezifisch – jedenfalls viel spezifischer, als es bei einem Realfilmdreh an einem Ersatzort wie Marokko (das im Kino schon oft für den Iran herhalten musste) je möglich gewesen wäre. (…) Im Iran gibt es viele Tabus – eines davon ist es, sich „Teheran Tabu“ anzusehen, von der Produktion eines solchen Films natürlich ganz zu schweigen.“ filmstarts.de

 


Vorschau: 03.05.18 im Club Bambule: Madame