In Zeiten des abnehmenden Lichts

Do. 17.05.18, 20 Uhr: In Zeiten des abnehmenden Lichts (im Club Bambule)

Regie: Matti Geschonneck (D 2017) mit Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth (101 Min)

Frühherbst 1989 in Ostberlin: Urgroßvater Wilhelm Powileit, Ex-Widerstandskämpfer, Exil-Heimkehrer und Stalinist aus vollem Herzen, wird stolze 90 Jahre alt und deswegen richtet seine Frau Charlotte , mit der ihn eine innige Hassliebe verbindet, ihm zu Ehren ein großes Familienfest aus, zu dem nicht nur Verwandte, Freunde und Nachbarn erscheinen, sondern auch Repräsentanten des Arbeiter- und Bauernstaats. Sie alle bringen Blumen vorbei und halten Reden auf den alten Wilhelm, als wäre die DDR-Welt noch heile. Aber ein fest eingeplanter Gast wird schmerzlich vermisst und zwar Enkel Sascha. Kaum einer weiß, dass er sich wenige Tage vorher in den Westen abgesetzt hat. Als die Nachricht auf der Feier die Runde macht, ist das Entsetzen groß…

„„Geschichte wird von den Siegern geschrieben“, heißt es oft und in der Aussage schwingt je nach Zusammenhang neben einer simplen, häufig nicht von der Hand zu weisenden sachlichen Feststellung auch ein Funken Bedauern mit: Denn wenn sich ein Standpunkt durchsetzt, dann heißt das eben auch, dass es abweichende Perspektiven schwer haben, wahrgenommen zu werden. Das ist in der Historie fast wie beim Sport: Die Geschichten der Sieger mögen heroisch sein, doch die Storys der Anderen sind oft viel spannender, emotionaler und schmerzhafter, denn sie handeln nicht selten vom Verlust. Gut 25 Jahre nach dem Mauerfall erzählen Regisseur Matti Geschonnek und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase  nun genau davon: Von der Auflösung eines Staates, vom Ende einer Illusion, vom Verlust der Heimat. Dass dabei die DDR nicht verklärt, sondern mit all ihren Widersprüchen lebendig wird, macht ihre Tragikomödie „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ zu einem bemerkenswerten Film.“ filmstarts.de