Do. 18.01.18, 20 Uhr: 2 x Sven Regener – Herr Lehmann (im Club Bambule)

Do. 18.01.18, 20 Uhr: 2 x Sven Regener – Herr Lehmann (im Club Bambule)

Regie: Leander Haußmann (D 2003) mit Christian Ulmen, Detlev Buck (105 Min)

Wenn wir in unserem Programm schon die neueste Verfilmung eines Romans von Sven Regener haben, darf doch der Roman/Film nicht fehlen, mit dem alles angefangen hat. Der Sänger von Element of Crime hat mit seinem ersten Roman gleich bewiesen, dass er seine heitere Melancholie auch in Geschichten erzählen kann. Und Leander Haußmann hat das kongenial verfilmt.

Herr Lehmann  heißt eigentlich Frank, aber weil er bald 30 Jahre alt wird, nennen ihn alle Herr Lehmann… Und duzen trotzdem! Schlimmer für Wahlberliner Frank Lehmann ist jedoch, dass ihm als Barkeeper und Single vorgeworfen wird, keinen Inhalt in seinem Leben zu haben. Schlimm, vor allem deshalb, weil sich Herr Lehmann nicht einmal vorstellen kann, wie er denn sein Leben füllen könnte. Vielleicht mit der sympathischen Köchin Katrin, mit der er eine lockere Beziehung führt? Sicher ist sich Herr Lehmann aber vor allem, dass er sich stets auf seine Freunde, besonders Installationskünstler Karl verlassen kann. Zum Beispiel, wenn seine Eltern auf einen spontanen Besuch vorbei kommen. Bei all dem Trubel kriegt der gute Herr Lehmann kaum etwas vom Fall der Mauer mit.

So überzeugt Leander Haußmann mit seiner „Herr Lehmann“-Verfilmung und enttäuscht die vielen Fans des Romans auch nicht. Ob die Zeit in besoffenem Zustand schneller oder langsamer vergeht, wird übrigens nicht abschließend geklärt. Das ist Ansichtssache. Eine eben solche Ansichtssache ist es, ob sich der Zuschauer überhaupt auf das Geschwafel auf hohem Niveau einlassen will. Er sollte es. Denn sonst entgehen ihm einige wirklich spritzige Dialoge.“ filmstarts.de
By the way: Sven Regeners neuer Roman „Wiener Straße“ ist die Vorgeschichte – Frank Lehmann kommt 1980 frisch nach Westberlin. Absolut gelungen. Natürlich wird das demnächst auch verfilmt. Aber jetzt erst mal lesen!