Dead Man

Do 13.07.18, 20 Uhr: Dead Man (im Club Bambule)

Regie: Jim Jarmusch (USA 1996) mit Gary Farmer, Johnny Depp, Iggy Pop, Robert Mitchum (134 Min) OmU

Im Jahr 1876 reist der junge William Blake mit dem Zug von Cleveland in den amerikanischen Westen. Bei einem Feuergefecht wird er schwer verletzt, auf sich allein gestellt, bricht Blake zusammen und entrinnt nur knapp dem Tod, als ihn der etwas merkwürdige, ausgestoßene Indianer Nobody findet. Der versucht Blakes Wunden zu versorgen, kann aber die Kugel, die in seiner Brust steckt, nicht entfernen. Da er ihn für eine Reinkarnation des verstorbenen, gleichnamigen Malers und Dichters hält, dessen Werke er in England kennen gelernt hat und verehrt, reist er fortan zusammen mit Blake. Dabei führt sie ihr Weg abwechselnd durch komische und gewaltsame Situationen, während die Zahl ihrer Verfolger stetig ansteigt…

Dead Man ist nicht nur der beste Anti-Western der je gedreht wurde, er ist für mich einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Gary Farmer als der Indianer Nobody ist die einzige Figur, die das Leben einigermaßen versteht, ja sogar die Verrücktheiten der Weissen. Sein „Schüler“ William Blake (Johnny Depp) lernt am Ende seines Lebens zwar noch einiges von ihm, aber sterben muß er trotzdem. Der Film hat eine tolle Geschichte, großartige Schauspieler, wunderbare Bilder (was für ein verkommener Wilder Westen!) und eine einmalige Filmmusik von Neil Young (ausschließlich Solo-E-Gitarre). Philosophischer Tiefgang, Humor & Poesie sind (wie immer bei Jarmusch) wunderbar verwoben. Man kann von diesem Film gar nicht genug schwärmen…! Thomas Roos