Clash

So. 30.09.18, 20 Uhr: Clash

(im Club Bambule – Kooperation mit amnesty international im Rahmen der Interkulturellen Tage)

Regie: Mohamed Diab (Ägypt/D/F 2016) mit Rémi Burah, Mohamed Hefzy, Eric Lagesse, Moez Masoud (95 Min)

In seinem zweiten Spielfilm nach dem einflussreichen »KAIRO 678« verdichtet der Ägypter Mohamed Diab die Unübersichtlichkeit der politischen Krise zu einem überaus klaustrophobischen Szenario. Clash beschränkt seinen Handlungsraum auf das Innere eines Gefangenentransporters der Polizei. Auf einer Fläche von acht Quadratmetern spielen sich die Dramen, Tragödien und ein paar wenige hoffnungsvolle Momente des Films ab; die Kamera zeigt nur, was drinnen geschieht oder durch die schmale Tür und die vergitterten Fenster zu sehen ist. Das klingt nach Minimalismus, nach Reduktion und Zuspitzung. Tatsächlich aber betreibt die Inszenierung ein geschicktes Doppelspiel: Immer wieder öffnen sich überraschende (Außen-)Räume, wenn sich unmittelbar vor oder neben dem Wagen erstaunliche Massenszenen abspielen, wenn die Inszenierung klarstellt, dass nicht nur der Konflikt da draußen, sondern auch seine filmische Abbildung deutlich größer dimensioniert ist, als es zunächst scheinen mag.

„Diabs nervöse Inszenierung schafft weder Sicherheit noch Klarheit. Sie erzeugt von Anfang an ein Gefühl der Desorientierung und konzentriert sich ganz darauf, die ­extreme Situation vor allem physisch erfahrbar zu machen. Die Menschen in diesem Gefängnis auf Rädern bleiben uns ziemlich fremd, sie sind keine Figuren im klassischen Sinne, sondern wirken ganz real, fast wie in einem Dokumentarfilm. Diabs Kunst liegt in dieser Mischung: Er verbindet grandiose Gestaltungskraft mit beklemmendem Realismus.“ epd-filmdienst