Programm

 

Sa. 30.04.16, 20 Uhr: Virgin Mountain

Regie: Dagur Kari (Island/Dk 2015) Gunnar Jonsson, Sigruour Skulason (94 Min)

Ein Berg von einem Mann steht im Mittelpunkt des neuen Films von Dagur Kári, der schon in seinem bekanntesten Film „Noi Albinoi“ viel Gespür für die Außenseiter der isländischen Gesellschaft bewiesen hat.Der 43-jährige Fúsi scheint seinen Alltag wie ein Schlafwandler zu durchstreifen, mit seit langer Zeit eingeschliffenen Routinen zwischen Gepäckfahrerjob am Flughafen und Spielzeugsoldaten zuhause, unter demselben Dach wie seine Mutter, bei der er nach wie vor wohnt. Eine Partnerin hatte er nie. Doch dann bekommt er einen Gutschein für die Tanzschule, macht tatsächlich einen Kurs – und lernt sie kennen. Sie ist wie er eine einsame Person, die viel Last auf der Seele trägt. Obwohl Fúsi kaum Erfahrungen darin hat, mit anderen Menschen umzugehen, baut er eine Beziehung zu Sjöfn auf.

„Wie Kári diese Entwicklung schildert und Fúsi trotz all des Unglücks, das er erlebt, nie seine Würde verlieren lässt, macht das lakonisch erzählte Drama, das fast so etwas wie eine Antithese zum Genre der romantischen Komödie ist, zu einem so berührenden, sehenswerten Film.“ filmstarts


 

Sa. 07.05.16, 20 Uhr: Das Labyrinth des Schweigens

Regie: Giulio Ricciarelli (D 2014) mit Alexander Fehrling, Andre Szymanski, Friederike Becht (123 Min)

Deutschland, Ende der 50er Jahre: Die Wirtschaft brummt, den Menschen geht es wieder gut und die Geschehnisse, die keine zwanzig Jahre zurückliegen, geraten langsam aber sicher in willkommene Vergessenheit. Eines Tages sorgt jedoch der Journalist Thomas Gnielka am Frankfurter Gericht für Aufruhr, als er einen ehemaligen Auschwitz-Wärter anzeigen will, den ein Freund auf einem Schulhof identifiziert hat und der jetzt als Lehrer offenbar unbehelligt durchs Leben gehen kann. Der Journalist stößt mit seiner Forderung jedoch auf Ablehnung. Nur der junge Staatsanwalt Johann Radmann schenkt ihm Gehör und will die Vorgänge aufklären. Rückendeckung erhält er dabei vom Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der ihm die Leitung der Ermittlungen überträgt. Radmann versinkt völlig in dem Fall und vernachlässigt darüber sein Privatleben. Selbst Marlene, die er gerade erst kennengelernt hat, vermag nicht auf ihn einzuwirken. Immer weiter schottet sich der junge Anwalt von seiner Umwelt ab um das Labyrinth aus Verleugnung und Verdrängung aufzuarbeiten und ein Exempel zu statuieren. ” Ruhig erzähltes und thematisch reifes Polit-Drama, das ein wichtiges Kapitel der bundesdeutschen Vergangenheit behandelt.” (filmstarts.de)


 

Sa. 14.05.16, 20 Uhr: Taking Woodstock

Regie: Ang Lee (USA 2009) mit Emile Hirsch, Demetri Martin, Liev Schreiber  (120 Min)

Taking Woodstock von Ang Lee erzählt die Geschichte, wie eines der bekanntesten Musikfestivals der Geschichte entstand.

Eigentlich träumt der junge Elliot Tiber von einer Karriere als Innendesigner. Doch das Motel seiner Eltern läuft alles andere als berauschend, und so hockt er weiter in seinem heimatlichen Kaff und sinnt nach einer Idee, wie man die Geschäfte wieder ins Laufen bringen könnte. Als er aus der Zeitung erfährt, dass einem groß angekündigten Open-Air-Konzert die Erlaubnis entzogen wurde, wittert Elliot die Chance: Er bietet er den Veranstaltern ganz einfach die Kuhwiese hinter dem elterlichen Grundstück als Austragungsort an – ohne zu ahnen, welche Welle er mit diesem Angebot losschlägt. Denn schon bald zieht nicht nur ein Bataillon von Organisatoren und schrillen Musikern in die kleine, konservative Gemeinde; auf den Weg machen sich auch mehr als eine halbe Millionen Musikfans und Hippies, um das größte Happening aller Zeiten zu feiern. Nach diesem Wochenende mit “Love, Peace and Understanding” wird nichts mehr so sein wie vorher.


Sa. 21.05.16, 20 Uhr: Amy

Regie: Asif Kapadia (USA 2015) mit Amy Winehouse, Mark Ronson, Tony Bennett (127 Min)

Amy Winehouse war eine waschechte Ausnahmekünstlerin. Mit persönlichen Songtexten, die sie mit ihrer charakteristischen Soulstimme zum Leben erweckte, begeisterte und berührte die Britin eine weltweite Fangemeinde. Sie verkaufte mehrere Millionen Platten und gewann sechs Grammys. Aber ihre kometenhafte Karriere war nur von kurzer Dauer, schließlich sind ihr die Drogen zum Verhängnis geworden: Im Alter von gerade einmal 27 Jahren starb Winehouse an einer Alkoholvergiftung. Filmemacher Asif Kapadia widmet sich in seiner Dokumentation dem kurzen Leben der Sängerin. Mithilfe von zuvor unveröffentlichtem, privatem Material zeigt Kapadia, wie Winehouses Erfahrungen mit Familie, Freunden, anderen Musikern und Medien sich in ihrem künstlerischen Schaffen niedergeschlagen haben und stellt direkte Zusammenhänge her.


 

Sa. 28.05.16, 20 Uhr: Coconut Hero

Regie: Florian Cossen(D/Kan 2015) mit Alex Ozerov, Bea Santos, Krista Bridges (101 Min)

Der 16-jährige Mike Tyson lebt mit seiner Mutter Cynthia mitten im Nirgendwo der kanadischen Wälder. Sein Heimatort heißt Faintville, ist eine Holzfällersiedlung und hinkt der Moderne gewaltig hinterher. Weil Mike keine Aussichten hat, jemals von hier fort zu kommen, und seine Existenz sowieso eher als sinnlos empfindet, beschließt er, seinem trostlosen Leben ein Ende zu setzen.

Also verfasst der Junge seine eigene Traueranzeige, besorgt sich eine Waffe und drückt ab. Leider ist Mike kurze Zeit später noch immer nicht tot, sondern findet sich lediglich im Krankenhaus wieder. Der einzige Lichtblick folgt bei einer Routineuntersuchung, bei der die Ärzte einen pflaumengroßen Tumor in Mikes Kopf finden. Was der missglückte Selbstmordversuch nicht geschafft hat, wird also die Natur für ihn besorgen, solange er sein Leiden verheimlichen und sich vor der lebensrettenden Operation drücken kann.

Den eigenen baldigen Tod vor Augen, beginnt Mike wieder Freude an seinem Dasein in der Provinz zu empfinden. Doch der Tumor verändert seinen Blick auf das Leben und als der Junge der charmanten, wenn auch ein wenig abgedrehten Miranda begegnet, beginnt sich das Blatt zu wenden.

” Fazit: Lautes Gelächter und traurige Taschentuchmomente, ein feinfühlig-komisches Familiendrama und eine zarte Liebesgeschichte: Was will man als Kinogänger mehr?” (filmstarts.de)


 

Sa. 04.06.16, 20 Uhr: Wie auf Erden

Regie: Kay Pollak (S 2015) mit Frida Hallgren, Jakob Oftebro, Lennart Jähkel (135 Min)

Zehn Jahre nach dem Überraschungs­erfolg des schwedischen Oscar-Kandidaten “Wie im Himmel” hat Regisseur Kay Pollak nun eine Fortsetzung gedreht. Inhaltlich knüpft die Geschichte fast nahtlos an die Handlung des ersten Teils an. Seit dem tragischen Tod des Stardirigenten Daniel sind nur wenige Monate vergangen. Lena erwartet ihr erstes Baby, Pastor Stig ist dem Alkohol verfallen und die Kirche von Ljusåker so gut wie leer – bis Lena die Leitung des Chors übernimmt und mit ihren unkonventionellen Ideen für reichlich Unruhe sorgt. Kay Pollak liebt es gern aufbrausend und rustikal, leise Töne sind seine Sache auch diesmal nicht. Allein die Geburtsszene zu Beginn des Films ist an Dramatik kaum zu überbieten. Dass die Dorfbewohner ihre Emotionen nur selten im Griff haben, kennt man bereits aus dem ersten Teil. Zu den stärksten Momenten des Films gehören erneut jene Szenen, in denen gesungen und musiziert wird.


 

Sa. 11.06.16, 20 Uhr: Mustang

Regie: Deniz Gamze Ergüven (Tü/D/F 2016) mit Güneş Nezihe Şensoy, Doğa Zeynep Doğuşlu, Elit İşcan (93 Min)

Im Frühsommer in einem kleinen türkischen Dorf machen Lale und ihre vier Schwestern Nur, Ece, Selma und Sonay auf dem Weg von der Schule nach Hause einen kleinen Abstecher zum Meer, wo sie mit ein paar Jungs spielen. Doch das eigentlich harmlose Herumalbern tritt einen Skandal mit weitreichenden Konsequenzen los. Fortan halten gefängnisähnliche Zustände Zuhause bei ihrem strengen Onkel Erol Einzug, wo die fünf Mädchen nach dem Tod ihrer Eltern aufwachsen. Stundenlanges Schuften bei der Hausarbeit und beim Kochen ersetzt die Schule und die ersten Ehen werden arrangiert. Doch die Geschwister, die den Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung gemein haben, versuchen alles, um den ihnen aufgezwungenen Restriktionen zu trotzen. “… mitreißend inszenierter Debütfilm, in dem sich fünf Schwestern nicht den erdrückenden Konventionen einer archaischen Gesellschaft in der türkischen Provinz unterwerfen wollen.” (filmstarts.de)


 

Sa. 18.06.16, 20 Uhr: William S. Burroughs - A  Man Within

Regie: Jonathan Youri Leyser (USA 2012) Dokumentation mit Peter Weller, Allen Ginsberg, Andy Warhol (91 Min)
“Wer William S. Burroughs wirklich war, darauf gibt der 25-jährige Regisseur Yony Leyser in seinem Debütfilm keine eindeutige Antwort. Und das ist auch gut so. Vier Jahre ist Leyser durch die USA gereist, um diesen Film zu machen. Herausgekommen ist ein berührendes Porträt, das nichts beschönigt, und doch den Menschen zeigt, der William S. Burroughs war. Mit einem Soundtrack von Sonic Youth und Patti Smith, mit einem dekadent Zigarre rauchenden Peter Weller als Erzähler, ist “A Man Within” selbst eine Art Beat Poem. Das versöhnlich endet: Man sieht in krickeliger Handschrift Burroughs’ letzten Tagebucheintrag vor seinem Tod durch Herzinfarkt am 2. August 1997 mit 83 Jahren: “Liebe? Was ist das? Das natürlichste Schmerzmittel, das es gibt.” Eine Definition, die schrecklich und schön zugleich ist – genau wie William S. Burroughs.” (spiegel-online)


 

Sa. 25.06.16, 20 Uhr: Mr. Holmes

Regie: Bill Condon (GB/USA 2016) mit Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker (104 Min)

England 1947: Der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes ist mittlerweile 93 Jahre alt. Mit seiner neuen Haushälterin Mrs. Munro und deren elfjährigem Sohn Roger lebt er zurückgezogen auf seinem Landsitz in Sussex und kümmert sich um seine Bienen. Beunruhigt stellt das einstige Mastermind fest, dass ihn sein legendäres Gedächtnis langsam aber sicher im Stich lässt. Vor allem plagt ihn, dass er sich nicht mehr an den Fall erinnern kann, der ihn vor 30 Jahren dazu brachte, sich aus dem Detektivgeschäft zurückzuziehen. Er weiß nur noch, dass es um eine schöne Frau ging. Mehr und mehr gelangt Holmes zu der Überzeugung, dass er unbedingt herausfinden muss, was damals wirklich passiert ist. Und so macht Sherlock Holmes sich auf, seinen letzten großen Fall zu lösen.

In Bill Condons Film spielt der großartige Ian McKellen den gealterten Sherlock Holmes, der sein aufregendes Leben Revue passieren lässt. MR. HOLMES handelt von den Legenden, die sich um den Meisterdetektiv ranken und den ungeschminkten Wahrheiten, vom Alter und den Tücken der Erinnerung, von unbewältigter Schuld und der Chance, mit sich selbst ins Reine zu kommen.

“Mit erzählerischer Raffinesse und großer Leichtigkeit verbindet Regisseur Bill Condon die verschiedenen Zeit- und Hand­lungsebenen zu einem virtuosen Spiel um Fakten und Fiktion. Dass einer der schönsten Filme der diesjährigen Berlinale ausgerechnet an Heilig­abend in unseren Kinos startet, ist ein Weihnachtsgeschenk, das von Herzen kommt. Fazit Feinsinnige, meisterhaft inszenierte Hommage an den legendären Detektiv” (cinema.de)


 

Vorschau:

Sa. 02.07.16, 20 Uhr: