Programm

 

Sa. 25.03.17, 20 Uhr: Nu Jin – Neues Leben

Dokumentation (Syr 2015) (43 Min) Der Regisseur Veysi Altay wird am Abend anwesend sein und steht für Fragen und Diskussion zur Verfügung. (Kooperation mit dem Göppinger Solidaritätsbündnis für Rojava)

Der Film zeigt das tägliche Leben von drei Frauen, die sich im Kampf gegen die Terrormiliz des “Islamischen Staates” (IS) der kurdischen Frauenmiliz angeschlossen haben. Thematisiert wird der Angriff des IS auf die Stadt Kobanê in Rojava (Nordsyrien) im Herbst 2014. Der Kampf für Gleichberechtigung und Frauenrechte wird durch die Perspektive dieser drei Kämpferinnen gezeigt.


Sa. 01.04.17, 20 Uhr: Cafe Waldluft

Regie: Matthias Koßmehl (D 2016) Dokumentation (84 Min)

Mitten in der bayerischen Bergidylle treffen Einheimische, Touristen und Flüchtlinge an einem einzigartigen Ort zusammen, dem „Café Waldluft”, einem ausgemustertem Ausflugshotel in Berchtesgaden. Wo früher überfüllte Busse Touristen aus aller Welt absetzten, leben heute Flüchtlinge aus aller Herren Länder unter einem Dach. Inmitten des Postkartenpanoramas versuchen sie sich an einem Leben fernab von Krieg und Konflikt und stellen fest, dass ihnen der Zugang zur neuen Heimat oft genug verwehrt bleibt. Was müssen sie tun, um wirklich anzukommen? Und was bedeutet der große Begriff der Heimat überhaupt für den einzelnen?

In seiner Dokumentation, die auch gleichzeitig ein Heimatfilm ist, räumt der Regisseur Matthias Koßmehl mit Klischees auf und zeigt was die Idee der Heimat für verschiedene Menschen bedeuten kann.” kino.de


Sa. 08.04.17, 20 Uhr: Peter Handke – Bin im Wald, kann sein, dass ich mich verspäte

Regie: Corinna Belz (D 2016) Dokumentation (89 Min)

Peter Handke ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Österreichs – und ein Rätsel. Der 1942 in Kärnten geborene Handke avancierte dank Werken wie „Publikumsbeschimpfung“ oder „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ zum Popstar der schreibenden Zunft, doch kaum hatte er sich in den Bestsellerlisten positioniert, verschwand er auch schon wieder fluchtartig aus dem Rampenlicht. Stattdessen ging er auf Reisen und nahm die Leser mit in seine ganz eigene Sprache. Regisseurin Corinna Belz will den Zuschauern dabei helfen, sich Peter Handkes Denk-, Arbeits- und Lebenswelt zu erschließen. In ihrem Dokumentarfilm „Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte“ untersucht sie, wie der Autor schreibt, wie er seine Beobachtungen in Kunst verwandelt und mit den großen Fragen ringt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?“

Belz lässt dabei keinen der großen und kleinen Skandale ihres Protagonisten aus. Von seinem aufsehenerregenden Auftritt bei der Gruppe 47 in Princeton 1966 bis hin zu seiner Positionierung während des Jugoslawien-Krieges in den 1990er Jahren. Zu allem bezieht Handke Stellung, wobei es ihm fern liegt, alles zu erklären. Nicht selten beantwortet er die drängenden Fragen sehr lakonisch, fast ausweichend.

Und trotzdem fügen sich auch diese Momente in das komplexe Porträt eines Schriftstellers, der für die deutschsprachige Literatur der letzten Jahrzehnte zu einer der wichtigsten und prägenden Stimmen geworden ist. Mit diesem Film erlaubt Corinna Belz allen Handke-Lesern und -Kritikern einen kurzen Blick auf den Menschen Peter Handke, der uns aber nach den knapp 90 Minuten Laufzeit weiterhin mysteriös und unerreichbar erscheint.” deutschlandradio


Sa. 15.04.17, 20 Uhr: Habemus Papam

Regie: Nanni Moretti (F/I 2011) mit Michel Piccoli, Nanni Moretti, Jerzy Stuhr (102 Min)

Auf dem Petersplatz in Rom herrscht Trauer. Tausende Gläubige nehmen Abschied vom verstorbenen Papst. Im Konklave in der Sixtinische Kapelle wird bald nach einem würdigen Nachfolger gesucht. Weißer Rauch steigt auf und Außenseiter Kardinal Melville ist zum neuen Papst gewählt. Als er erstmals auf den Balkon heraustreten soll, hindert ihn eine Panikattacke daran. Im Vatikan herrscht Aufregung, Psychologe Brezzi wird zu Hilfe gerufen. Melville entzieht sich jedoch dessen Ratschlägen und ergreift bei erster Gelegenheit die Flucht. In Nanni Morettis Sensationserfolg “Habemus Papam – Ein Papst büxt aus” gibt Michel Piccoli Kardinal Melville, der als frisch gewählter Papst plötzlich Angst vor der Verantwortung hat, noch vor dem ersten Auftritt am Petersplatz sein Amt nicht mehr will und damit den Vatikan in eine tiefe Krise stürzt. Während die Würdenträger ahnungslos bleiben und nur wenige vom Chaos wissen, schnuppert der Pontifex in spe ins “richtige” Leben und findet es dort viel unterhaltsamer, als brav den Segen “urbi et orbi” zu erteilen.

Michel Piccoli brilliert als frisch gewählter Papst, der sich der Bürde des verantwortungsvollen Amtes nicht gewachsen fühlt und Reißaus nimmt. Regisseur Nanni Moretti wirft auf die Vorgänge im Vatikan einen ironischen Blick und wechselt dabei meisterhaft zwischen Ernst und Komik.


Sa. 22.04.17, 20 Uhr: In Sarmatien

Regie: Volker Koepp (D 2014) Dokumentation (129 Min)

Das Land zwischen Weichsel, Wolga, Ostsee und Schwarzem Meer wurde in der Antike als Sarmatien bezeichnet. Der deutsche Dokumentarfilmer Volker Koepp bereist das Gebiet, auf dem heute die Länder Moldawien, Weißrussland, Litauen und Ukraine liegen. Er folgt dem Verlauf der großen Flüsse bis an das Kurische Haff an der Ostseeküste und zeichnet das detaillierte Bild einer Region, die aus unserem heutigen Bewusstsein nahezu verschwunden ist. Dabei trifft er Protagonisten aus früheren Filmen – und er folgt den Gedichten eines Mannes, der die Landschaft selbst erforscht und erlebt hat: der deutsche Lyriker Johannes Bobrowski, der in Sarmatien geboren wurde und das Land sehr gut kennt. Bobrowski erkundete die Gegend auf vielen Reisen und mit offenen Augen; er ließ seine Eindrücke ins literarische Schaffen einfließen.

“Die Reise durch Sarmatien ist für Koepp immer auch eine Reise durch sein eigenes Werk. Überall trifft der Regisseur auf Menschen, die er schon einmal in einem seiner Filme porträtiert hat oder die an einem von ihnen mitgearbeitet haben wie die Übersetzerin Ana. Viele von ihnen haben inzwischen ihre Heimat verlassen oder leben zwischen den Welten, mal im Westen, mal im Osten. Eine ganz eigene, schon von Bobrowski beschworene Melancholie erfüllt diese Begegnungen und Gespräche. Dazu fließen kleine Szenen und Momente aus „Grüße aus Sarmatien“ und „Kalte Heimat“, aus „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ und „Dieses Jahr in Czernowitz“ in den neuen Film ein. Sie sind Teil der großen Historie und der privaten Erzählungen, die Koepp hier konsequent miteinander mischt, bis sie kaum mehr unterscheidbar sind. So wie sich die Nationen in dieser poetischen Vision von Sarmatien auflösen und ein Land durchscheint, in dem wie einst in Czernowitz die Nationalitäten und Religionen friedlich zusammenkommen, verwischen auch die Grenzen zwischen dem Persönlichen und dem Gesellschaftlichen.

Fazit: Volker Koepp fängt die Wirklichkeit in ihrer ganzen Fülle ein, also nicht nur in Form einer alltäglichen Realität, sondern als ewiges Nebeneinander von Wahrheit und Möglichkeit. So sind seine Impressionen aus einer zerrissenen und doch tief verbundenen Welt stärker als alles, was zwischen den Menschen steht.” filmstarts.de


Sa. 29.04.17, 20 Uhr: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Regie: Regie: Cyril Dion, Mélanie Laurent (F 2016) Dokumentation (120 Min)

Was, wenn jeder von uns dazu beitragen könnte? Als die Schauspielerin Mélanie Laurent („Inglourious Basterds“, „Beginners“) und der französische Aktivist Cyril Dion in der Zeitschrift „Nature“ eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollen sie ich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Schnell ist ihnen jedoch klar, dass die bestehenden Ansätze nicht ausreichen, um einen breiten Teil der Bevölkerung zu inspirieren und zum Handeln zu bewegen. Also machen sich die beiden auf den Weg. Sie sprechen mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass es eine andere Geschichte für unsere Zukunft geben kann.

Es ist die Vielfalt und die Summe der einzelnen Teile, die “Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen” so erfrischend optimistisch zeigt, und die ausgesprochen motivierend wirkt. Die Botschaft ist klar: Jeder Einzelne kann etwas tun. Der Film transportiert genau diese Motivation, sodass man nicht nur Hoffnung verspürt, sondern selbst am liebsten auch gleich mit anpacken und Teil des Ganzen sein möchte.” NDR


Vorschau:

06.05.17: Der Kuaför aus der Keupstraße