Programm

Sa. 03.06.17, 20 Uhr: Am Ende ein Fest (in der VHS)

Regie: Sharon Maymon, Tal Granit (D/Israel 2015) mit Ze’ev Revach, Levana Finkelstein, Aliza Rosen (93 Min)

In einem Altersheim in Jerusalem: Yana und ihr Ehemann Max stehen vor einer folgenschweren Entscheidung. Max liegt im Sterben und Yana würde ihn gern von seinen Leiden erlösen. Hilfesuchend wendet sie sich an ihre Freunde Yehezkel und Levana. Da es jedoch keiner von ihnen fertigbringt, Max aktiv zu helfen, baut Hobbytüftler Yehezkel schließlich eine „Selbsttötungsmaschine“, mit der Max ein selbstbestimmtes Ableben möglich ist. Über einen Knopf kann der Kranke sich ein todbringendes Mittel in Verbindung mit einem Narkotikum verabreichen. Zu der Rentnergruppe gesellen sich noch der ehemalige Tierarzt Dr. Daniel der die Medikamentenmixtur bereitstellt, und der einstige Polizist Rafi Nach dem Verscheiden von Max melden sich alsbald weitere Personen, die das Gerät nutzen wollen. Plötzlich sieht sich der Trupp einem moralischen Dilemma ausgesetzt: Wie sollen die Senioren mit diesen Anfragen umgehen?

„Fazit: Dem israelischen Regieduo Sharon Maymon und Tal Granit gelingt das Kunststück dem bleischweren und hochemotionalen Thema der Sterbehilfe genauso einfühlsam wie humorvoll zu begegnen. Superb zwischen Witz und Mitgefühl ausbalanciert lässt die mitreißende Tragikomödie „Am Ende ein Fest“ so kaum ein Auge trocken und kein Herz kalt.“ (filmstarts)


Do. 08.06.17, 20 Uhr: Leningrad Cowboys go America (im Club Bambule)

Regie: Aki Kaurismäki (Finnland/Schweden 1989) mit Jim Jarmusch, Matti Pellonpää, Kari Vaananen (79 Min)

Irgendwo in der Tundra absolviert die schlechteste Band der Welt ein Konzert, perfekt gestylt von den überdimensionalen Haartollen bis zu den spitzen langen Schuhen, doch ohne Publikum und ohne Aussicht auf kommerziellen Ertrag. Beraten von ihrem dubiosen Manager wollen die Leningrad Cowboys ihr Glück in den USA versuchen – „wo die Leute jeden Mist fressen“. Doch auch hier stößt ihre finnische Polkamusik nur auf wenig Interesse. Auf einer Hochzeit in Mexiko aufzuspielen, ist schließlich das einzige Erfolg versprechende Engagement. Und so erwerben sie in New York einen standesgemäßen Cadillac und brechen auf in den „wilden“ Westen. Aki Kaurismäkis Roadmovie ist auch eine musikalische Travestie des Auswandererfilms. Ebenso heiter wie melancholisch erzählt er von einer gelingenden Anpassung an die in der Fremde geltenden kulturellen Standards – Rock ’n’ Roll und Mariachi-Musik.


Do. 15.06.17, 20 Uhr: Die andere Seite der Hoffnung (im Club Bambule)

Regie: Aki Kaurismäki (Finnland 2017) mit Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Ilkka Koivula (100 Min)

Der junge Syrer Khaled immigriert als blinder Passagier in die finnische Hauptstadt Helsinki. Dort beantragt er Asyl, ist aber skeptisch, was die Erfolgsaussichten des Antrags angeht. Als sein Asylgesuch wie erwartet abgelehnt wird, reist Khaled jedoch nicht in seine kriegsgebeutelte Heimat zurück, sondern bleibt ganz einfach illegal in Finnland. Eines Tages trifft er so auf den ehemaligen fliegenden Händler Wikström, der kürzlich sein Geschäft aufgegeben und seine Frau verlassen hat und nun Besitzer eines Restaurants ist. Wikström stellt Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an, besorgt ihm gefälschte Aufenthaltspapiere und für eine Weile scheint alles gut zu sein. Doch schon bald droht die harte Realität den beiden Männern einen Strich durch die Rechnung zu machen…

Das finnische Regie-Urgestein Aki Kaurismäki kommentiert die Flüchtlingskrise in Europa – mit umwerfend-lakonischem Humor und viel Menschlichkeit.“ filmstarts


Do. 22.06.17, 20 Uhr: Cheyenne (im Club Bambule)

Regie: Paolo Sorrentino, (Frankreich/Italien/Irland 2011), Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch (118 Min)

In den 1980ern war Cheyenne ein Rockstar, doch nun fristet er ein zurückgezogenes und tristes Leben in Dublin mit Tiefkühlpizza und Aktienspekulationen. Sein sozialer Umgang beschränkt sich auf seine Frau Jane und das ortsansässige Gothic-Girl Mary. Nach dem Tod seines jüdischen Vaters reist er zu dessen Beerdigung in die USA und erfährt, dass dieser sein Leben darauf verwendet hat, seinen einstigen Schinder im Konzentrationslager Ausschwitz, Alois Lange, ausfindig zu machen. Cheyenne beschließt, das Lebenswerk seines Vaters zu vollenden und in einer Odyssee durch die USA den mittlerweile vergreisten Lange zu finden.


Do. 29.06.17, 20 Uhr: The Salesman (im Club Bambule)

Regie: Asghar Farhadi (Iran/F 2017) mit Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi (123 Min)

In ihrer alten Wohnung können der Lehrer Emad und seine Frau Rana nicht mehr wohnen, zu groß sind dort die Schäden, nachdem das Haus abgesackt ist. Sie müssen wohl oder übel umziehen, aber zum Glück kann ihnen ein Kollege aus ihrer Theatergruppe eine neue Bleibe vermitteln. Doch dort wird Rana eines Abends von einem unbekannten Mann überfallen und verletzt zurückgelassen. Denn was das Paar nicht wusste: Ihre neue Wohnung gehörte zuvor einer Frau mit zweifelhaftem Ruf, von deren Wegzug wohl nicht alle ihre Besucher etwas zu wissen scheinen. Während sich Rana traumatisiert und verängstigt zurückzieht, macht sich Emad wutentbrannt auf die Suche nach dem Unbekannten. So merken beide zunächst nicht, dass ihre Beziehung an den Folgen des Angriffs zu zerbrechen droht…

Fazit: Ein weiteres hochkomplexes, präzise beobachtetes und dazu auch noch unglaublich spannendes Moralstück des iranischen Meisters Asghar Farhadi.“ filmstarts


Vorschau:

6.7.17
TGV Express (im Club Bambule)