Programm

 

Sa. 23.07.16, 20 Uhr: Alphabet
Regie: Erwin Wagenhofer (D/Au 2014) Dokumentation (113 Min)

Das ABC ist ein System von Buchstaben, das jedes Kind früher oder später erlernt. In der Dokumentation Alphabet steht es stellvertretend für das, was es bei unserem Bildungssystem zu hinterfragen gilt: Eltern wollen ihren Kindern durch eine früh einsetzende Ausbildung zu besseren Zukunftschancen verhelfen und sie auf die Konkurrenzwelt vorbereiten. Doch wird dadurch das Denken der Jungen und Mädchen zu früh in einen vorgegebenen Rahmen gepresst? Wird durch das schon im jungen Alter antrainierte Wettbewerbs- und Leistungsdenken die Vorstellungskraft unterdrückt?
Alphabet prangert das Bildungssystem im PISA-Wahn an und wirbt dafür, die Kleinen ihren eigenen Weg gehen zu lassen, statt sie frühzeitig zu einem Rädchen im Getriebe des Einheitsdenkens auszubilden. Nicht nur was wir lernen, sondern vor allem wie wir lernen, wird in der Dokumentation hinterfragt.


Sa. 30.07.16, 20 Uhr: Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne
Regie: Xavier Giannoli (F/Tschech/Belg 2015) mit Catherine Frot, André Marcon, Michel Fau (129 Min)

Die französische Hauptstadt gilt in künstlerischer und kultureller Hinsicht als eines der großen Zentren Europas. Unweit davon, in dem abgelegenen Anwesen Madame Marguerites lädt diese in den 1920ern Musiker und Musikinteressierte ein, um ein rauschendes Fest zu feiern. Ihre Gäste wissen allerdings wenig von ihr. Als sie der Gastgeberin zuhören müssen, wie sie ihr Gesangstalent unter Beweis stellen will, können und wollen manche von ihnen allerdings nicht ihren Ohren trauen. Denn das vermeintliche Sangeswunder stellt sich vielmehr als Meisterin der schiefen Töne heraus. Allerdings traut sich niemand der Gäste, Madame Marguerite über die Kakophonie ihrer Gesänge aufzuklären. Stattdessen sind die eingeladenen Musikexperten weit mehr darauf aus, der Madame Komplimente zu machen. Lediglich hinter ihrem Rücken erzählen sich die Anwesenden die Wahrheit. Diese Schweigespirale führt dann gar dazu, dass Marguerite das Lob zu Kopf steigt. Die junge Journalistin Hazel macht sich auf diese Weise einen Spaß daraus und schreibt einen äußerst positiven Artikel über sie, was sie nur in ihrem Vorhaben bestärkt, eine Musikkarriere zu starten. Damit richtet sie sich auch gegen ihren Mann Georges, der ihr kontinuierlich von ihren Plänen abrät. Seine Bemühungen erweisen sich jedoch als vergebene Lebensmüh, strebt seine inzwischen divenhafte Frau doch ihrem ersten Bühnenauftritt an. Das Unheil scheint seinen Lauf zu nehmen, ist die Resonanz eines fremden Publikums doch sehr vorhersehbar. Die Frage ist, ob Madame Marguerite noch von ihrem Vorhaben abzuhalten ist, oder ob sich das lang gehütete „Geheimnis“ ihres fehlenden Talents auf ganz großer Bühne lüftet. „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“ basiert lose auf dem Leben von Florence Foster Jenkins, eine reiche Erbin, die im 19. Jahrhundert ebenfalls mit ihrem fehlenden musikalischen Gesangstalent von sich reden machte.


Zum zweiten Mal findet vom 4. bis 6. August das Göppinger Open-Air-Kino im Rahmen eines Schlossplatzfestes statt. Der Vorverkauf startet am Freitag  im Cafe Bozen und beim i-Punkt am Rathaus.

Open-Air-Kino im Schloßhof: Do. 4.8.2016, 21.30 Uhr: Ein Mann namens Ove
(vorher Live-Musik am Schloßplatz mit Bewirtschaftung durch das Cafe Bozen)
Regie: Hannes Holm (S 2016) mit Rolf Lassgård, Bahar Pars, Filip Berg (117 Min)

Der grantige Rentner Ove ist in seiner Nachbarschaft denkbar unbeliebt. Er meldet Falschparker, inspiziert die Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung und blafft spielende Kinder an. Dabei hätte Ove eigentlich Besseres zu tun, er möchte nämlich sterben: Seit dem Tod seiner geliebten Frau versucht er, seinem ihm nun sinnlos erscheinenden Leben ein Ende zu setzen, doch immer kommt irgendetwas dazwischen. Gerade als er wieder einen erneuten Versuch unternimmt, brettern seine neuen Nachbarn mit dem Auto in Oves Briefkasten und unterbrechen seine Bemühungen – doch was den Griesgram zunächst mächtig auf die Palme bringt, entpuppt sich als wahrer Glücksfall, denn nach und nach entdeckt der Witwer, der hinter der rauen Schale einen samtweichen Kern verbirgt, dass es direkt um ihn herum immer noch Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt.


Zum zweiten Mal findet vom 4. bis 6. August das Göppinger Open-Air-Kino im Rahmen eines Schlossplatzfestes statt. Der Vorverkauf startet am Freitag  im Cafe Bozen und beim i-Punkt am Rathaus.

Open-Air-Kino im Schloßhof: Fr. 5.8.2016, 21.30 Uhr: Night on Earth
(vorher Live-Musik am Schloßplatz mit Bewirtschaftung durch das Cafe Bozen)
Regie: Jim Jarmusch (USA 1991) mit Gena Rowlands, Winona Ryder, Roberto Benigni (125 Min) (mehrsprachiges Original mit dt. Untertiteln)

Eine poetische Reise durch die Nacht mit einem grandiosen Darstellerensemble, das den Ruf des Regisseurs als Meister des schrägen Humors untermauerte! Mit dem genialen Soundtrack von Tom Waits entsteht ein amüsanter Blick auf unsere Erde, der inzwischen Kultstatus erlangt hat. In fünf verschiedenen Städten (Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki) durchquert zur gleichen Weltzeit ein Taxi die Nacht. Und während sich Fahrer und Fahrgäste den Innenraum des Wagens teilen, kreuzen sich für kurze Zeit ihre Lebensgeschichten. Es sind tragische über den Verlust von Familie und Arbeit, absurd komische über sexuelle Obsessionen und lakonische über das Nebeneinander der Generationen.


Zum zweiten Mal findet vom 4. bis 6. August das Göppinger Open-Air-Kino im Rahmen eines Schlossplatzfestes statt. Der Vorverkauf startet am Freitag  im Cafe Bozen und beim i-Punkt am Rathaus.

Open-Air-Kino im Schloßhof: Sa. 6.8.2016, 21.30 Uhr: Ein Sommer in der Provence (vorher Live-Musik am Schloßplatz mit Bewirtschaftung durch das Cafe Bozen)
Regie: Rose Bosch (F 2014) mit Jean Reno, Anna Galiena, Chloé Jouannet (105 Min)
Léa , Adrien und ihr kleiner Bruder Théo fahren in den Sommerferien in die Provence, um ihre Großeltern zu besuchen. Zwar haben sie ihren Großvater Paul aufgrund eines Familienstreits nie zuvor kennengelernt, doch die Freude, den Sommer ohne funktionstüchtiges Mobilfunknetz zu verbringen, hält sich in Grenzen. Hinzu kommt, dass Großmutter Irène ihrem Mann nicht von dem Familienurlaub erzählt hat, weshalb auch dessen Reaktion auf den unerwarteten Besuch eher verhalten ausfällt. Kein Wunder also, dass es nicht lange dauert, bis die Differenzen zwischen den Generationen eskalieren, trotz malerischer Idylle. Allen Beteiligten steht ein chaotischer Sommer bevor. Ob sich Jung und Alt dabei aber vielleicht doch ein Stück näherkommen können?


Vorschau:

Sa. 03.09.16, 20 Uhr: Dark Star – HR Gigers Welt
Regie: Belinda Sallin (CH 2012) Dokumentation (90 Min)
Was wir fliehen, ist sein zu Hause, was wir fürchten, ist sein Lebensraum. Was wir verdrängen, bringt er an die Oberfläche. Zeit seines Lebens hat sich HR Giger im Unheimlichen eingerichtet, in einer dunklen Welt voller Abgründe. Wer ist der Künstler HR Giger? Was für ein Mensch steht hinter den furchterregenden, verstörenden, aber auch rätselhaft schönen Wesen? Ein Film mit und über den international verehrten und umstrittenen Maler, Bildhauer, Architekten, Designer, Oscar-Preisträger und Schöpfer der ALIEN-Figur.
“HR Giger war freundlich, höflich, einladend. Im ersten Moment schien mir der Schöpfer nicht recht zu seinen Geschöpfen zu passen und umgekehrt. Das war für mich überraschend. Spätestens da begann in meinem Kopf der Film mit und über HR Giger zu spielen.” (Regisseurin Belinda Sallin)
“Wer vor meinen Bildern Angst hat, hat die Realität nicht begriffen.” (HR Giger)