Programm

 

Sa. 19.11.16, 20 Uhr: Naokos Lächeln

Regie:  Tran Anh Hung (Japan 2011) mit Kenichi MatsuyamaRinko KikuchiKiko Mizuhara(133 Min) nach dem Roman von Haruki Murakami

Jedes Mal, wenn er den alten Beatles-Song “Norwegian Wood” hört, versetzt es den 37-jährigen Toru Watanabe in schwermütige Erinnerungen: Bereits in jungen Jahren muss sich der nachdenkliche Toru mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Der tragische Selbstmord seines Freundes Kizuki beschäftigt allerdings nicht nur den jungen Studenten, sondern vor allem die zarte und verletzliche Naoko, Kizukis hinterbliebene Freundin. Der um Naoko besorgte Toru freundet sich mit dem jungen Mädchen an. Zunehmend zeigt sich eine innige Seelenverwandtschaft, aus der letztlich sogar Liebe wird. Doch Naokos Trauer um den verstorbenen Kizuki findet trotz neuem Liebesglück kein Ende. Um ihre seelischen Schäden kurieren zu können, begibt sich das Mädchen in eine Erholungsanstalt. In der Zwischenzeit lernt Toru die temperamentvolle und lebenslustige Midori kennen, die mit ihrer selbstbewussten Art all das ist, was Naoko niemals sein kein. Nun muss sich Toru entscheiden…


Sa. 26.11.16, 20 Uhr: Alles was kommt

Regie: Mia Hansen-Love (F 2016) mit Isabelle Huppert, André Marcon, Roman Kolinka (98 Min)

Philosophielehrerin Nathalie unterrichtet am Pariser Lycée und veröffentlicht Texte in einem kleinen Verlag. Sie führt ein intellektuell-bürgerliches Leben, mit ihrem Ehemann und Kollegen Heinz und ihren zwei Kindern, die beide erwachsen sind. Ihrer Mutter Yvette die zunehmend verwirrter wird, stattet sie regelmäßig Besuche ab. Als ihr Heinz eines Tages offenbart, dass er sie nach 25 Jahren Ehe für eine andere verlassen will, trifft Nathalie das überraschend – sie reagiert mit gemischten Gefühlen. Einerseits erlebt sie eine lange vermisste Freiheit, die sie z. B. in einem Landhaus auslebt, wo sie mit ihrem ehemaligen Studenten Fabien und dessen Akademikergruppe bei bester Landluft über Philosophie diskutiert. Andererseits ist da diese nagende Einsamkeit…

“Großartiges dialogreiches, aber nie geschwätziges französisches Kino voller anregender Ideen und Gefühle.” filmstarts


Sa. 03.12.16, 20 Uhr: Jimmy’s Hall

Regie: Ken Loach (GB 2014) mit Barry Ward, Simone Kirby, Andrew Scott (109 Min)

Der Ire James “Jimmy” Gralton ist 23, als ihn die Armut dazu zwingt, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. 1909 geht er fort, 1932 kehrt er nach Irland zurück – für ihn hat sich vieles verändert, zuhause allerdings herrschen vielerorts noch Armut und Hunger. Jimmy ist überzeugter Kommunist. Er sieht viel Ungerechtigkeit in der Arbeits- und Wohlstandsverteilung, will sich aber zuerst nicht mit dem mächtigen Klerus und den Großgrundbesitzern anlegen. Der Heimkehrer nutzt jedoch ein von ihm gegründetes Jugendzentrum dazu, die Heranwachsenden zu freiem und kritischem Denken anzuhalten. Durch seine politischen Ansichten gerät Jimmy schließlich doch ins Fadenkreuz der treibenden Kräfte der Gemeinde. Die haben überhaupt kein Interesse daran, dass seine aufwieglerischen Ideen ihr Machtgerüst ins Wanken bringen…


Sa. 10.12,16, 20 Uhr: Trafic

Regie: Jaques Tati (F 1971) mit Jacques Tati, Maria Kimberly, Francois Maisongrosse (93 Min)

Monsieur Hulot (Jacques Tati) arbeitet als Angestellter in der Automobilbranche. Er soll zusammen mit Kollegen den von ihm entwickelten, hypermodernen und raffinierten Altra Camping Wagen von der Fabrik in Paris zur Automobilausstellung in Amsterdam bringen. Der 500 km lange Weg erweist sich als von Karambolagen, Autopannen, Staus, Reparatur des Modells und störrischen Zollbeamten geprägter Hindernislauf, der Tage in Anspruch nimmt. Als Hulot endlich in Holland ankommt, hat der Autosalon gerade seine Pforten geschlossen. Ein Mann im Kampf mit der Tücke des Objekts, ein Individuum im Aufbegehren gegen die Konformität der modernen Massengesellschaft, der Einzelnen gegen die Anderen: Es ist schon bemerkenswert, wie konservativ die Werke großer Komiker oftmals daherkommen, wie strikt sie auf einem Status quo beharren, weil die Zukunft sowieso nichts Gutes bringt. Unter diesen Beharrern und Verteidigern der “guten alten Zeit” ist Jacques Tati eine der sympathischsten Erscheinungen. Nur fünf Langspielfilme reichten aus, um ihn als Solitär der französischen Filmkomik zu etablieren, als Unikum, der es verstand, sein Werk und die von ihm geschaffene Filmfigur des Monsieur Hulot in den Rang eines nationalen Kulturgutes zu erheben.


Sa. 17.12.16, 20 Uhr: Bach in Brazil

Regie: Ansgar Ahlers (D/Bras 2016) mit Edgar SelgeAldri AnunciaçãoFranziska Walser  (91 Min)


Der frühere Musiklehrer Marten Brückling erhält die überraschende Nachricht, dass er von einem alten Jugendfreund ein Original-Notenblatt von Johann Sebastian Bachs Sohn geerbt hat. Besagter Freund lebte jedoch schon seit einiger Zeit in Brasilien, weswegen Marten persönlich nach Südamerika reisen muss, um das kostbare Stück entgegenzunehmen. Am Ziel angekommen, erhält er das Notenblatt und ist schon fast wieder auf der Heimreise, als ihm sein gesamtes Hab und Gut – mitsamt Papieren und Notenblatt – geklaut wird. Der Einzige, der ihm helfen kann, ist Candido, der Deutsch spricht und in einer Jugendstrafanstalt arbeitet. Im Gegenzug soll Marten allerdings den Insassen der Anstalt Musikunterricht geben. Notgedrungen willigt er ein und merkt schon bald, auf welche Freude und Leidenschaft er bei den Kindern stößt. Auch für sich selbst findet Marten einen neuen Zugang zur Musik und beginnt plötzlich, sich in der kleinen brasilianischen Stadt wohlzufühlen. Dann taucht aus dem Nichts sein Gepäck wieder auf und Martens altes Leben ruft nach ihm.


Vorschau:

07.01.17: Wim Wenders: Alice in den Städten