Burning

 

Do. 07.11.19, 20 Uhr: Burning (im Club Bambule)

Regie: Lee Chang-dong (Korea 2019) mit Yoo Ah-in, Steven Yeun, Jun Jong-seo, Kim Soo-Kyung, Choi Seung-ho (148 Min)

Lee Chang-dongs Burning basiert auf der Kurzgeschichte Barn Burning von Haruki Murakami, doch Lee hat aus dieser nicht nur einen 148-minütigen Film geschaffen, sondern vor allem ein Werk, das wunderbar zwischen Psychothriller und Noir verankert ist. Die Geschwindigkeit des Filmes ist dabei äußerst langsam, doch gerade das kreiert eine leise, aber ständig vor sich hin brodelnde Spannung, die niemals abnimmt, niemals zu viel wird, sondern sich mit äußerster Präzision steigert. Hinzu kommt eine Kameraarbeit, die sich in ihrer simplen Zurückhaltung nahtlos in die gesamte Ästhetik des Filmes einfügt.

Jongsu ist allein. Seine Mutter hat ihn schon früh verlassen. Schuld ist der Vater, dessen cholerische Anfälle alle in seiner Umgebung malträtierten. Und nun verlässt ihn auch der Vater, denn er muss in den Knast. Er hat jemanden verprügelt. Jongsu schlägt sich mit einem Gelegenheitsjob durch und versucht, nebenbei seiner Leidenschaft – dem Schreiben – nachzukommen. Immerhin hat er das studiert. Aber die durchschlagende Idee fehlt.

Doch wie so oft in Filmen und Büchern fehlt nicht die Idee, sondern die Liebe. Eines Tages trifft Jongsu seine ehemalige Nachbarin Haemi wieder.

„Doch Burning ist mehr als ein klassischer Thriller um eine Frau und zwei Männer. Auf einer Subebene trägt Lee eine wunderbare Beobachtung über die südkoreanische Gesellschaft hinein, in der – wie in den meisten Ländern inzwischen – die Schere zwischen reich und arm, privilegiert und mittellos immer größer wird. Jongsu und Ben konkurrieren um die gleiche Frau, doch es ist von Anfang an klar, dass dies ein absolut ungleiches Spiel ist, allein aus ökonomischen Gründen.“ kino-zeit.de